| 23:06 Uhr

Duo für Kontrabass und Vibraphon

Vibraphonistin Izabella Effenberg mit Martin Weinert. Foto: May
Vibraphonistin Izabella Effenberg mit Martin Weinert. Foto: May FOTO: May
Zweibrücken. Mal orientalisch, mal afro-kubanisch, mal skandinavisch – aber immer jazzig und immer virtuos: So präsentierten sich Kontrabassist Martin Weinert und Vibraphonistin Izabella Effenberg in der Festhalle. tja

"Auf ein kleines Abenteuer" haben sich laut Kontrabassist Martin Weinert am Samstagabend die Gäste im Wintergarten der Festhalle eingelassen. Denn anders als geplant spielte nicht die bekannte Gitarristin Susan Weinert gemeinsam mit ihrem Ehemann auf, sondern Vibraphonistin Izabella Effenberg. Bereits im Oktober hatte Susan Weinert das Konzert in Zweibrücken aufgrund einer Erkrankung absagen müssen und war aus gesundheitlichen Gründen nun erneut gezwungen, der Tournee fern zubleiben. Einen würdigen Ersatz bot Effenberg den rund 40 Gästen, die dem Konzert beiwohnten anstatt ihre Karte zurückzugeben, allerdings allemal. Fast spielerisch entlockte die polnische Musikerin mit vier Schlägeln und zwei Bogen ihrem Instrument - für den Laien eine Art überdimensionales Xylophon - zarte Klänge und beschwingte Jazz-Rhythmen. Susan Weinerts Kompositionen für Gitarre, Kontrabass und Percussion erhielten dadurch eine ganz besondere, neue Note. "Ein Sommertag" von der neuen CD "Fjords" führte die Gäste auf eine musikalische Reise zu ehrwürdigen norwegischen Felsformationen umgeben von Meer und saftigen Wiesen. Afro-kubanische und brasilianische Klänge umhüllten die Gäste bei "A Week in June" während Effenbergs Schlägel mit Leichtigkeit in hohem Tempo über die Platten des Vibraphons tanzten. Martin Weinerts Komposition "Tanz des Schmetterlings" dagegen war inspiriert von arabisch-orientalischen Einflüssen, die die Weinerts während eines Aufenthalts in Algerien gesammelt hatten. Immer vernehmbar in allen Kompositionen: Jazz. So auch im Stück "Gießkanne", dass durch den gleichnamigen Saarbrücker Jazzclub inspiriert wurde.

In der Pause hatten die Gäste die Möglichkeit sich das Vibraphon aus der Nähe zu betrachten und die beiden Musiker beantworteten bereitwillig Fragen. Besucher Günter Noe, selbst Hobby-Musiker, interessierte sich vor allem für das technische Equipment des Duos. "Wir haben eine spezielle Anlage, bei der der trockene Sound im Vordergrund steht. Effekte werden nur bei Bedarf dazu gemischt. Dadurch bleibt der ganz natürliche Sound des Bass erhalten", erklärt Martin Weinert. Für Noe und sein Musikkollege war es ein gelungener Abend: "Natürlich hatten wir uns auf Susan Weinert gefreut, aber wir nehmen es nicht so tragisch. Es ist sehr schön."