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Prozess am Landgericht
Drogen im Knast: Zeuge weiß nichts von Geheim-Kasse

Zweibrücken. (nob) Der Prozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher eines Handels mit Subutex (Ersatzdrogen) im Zweibrücker Knast ist mit der Vernehmung eines weiteren Zeugen vor dem Landgericht fortgesetzt worden.

Dieser bescheinigte dem Angeklagten, dem vorgeworfen wird, von September 2009 bis Februar 2010 in neun Fällen den Handel von 30 solcher Tabletten organisiert zu haben, ein „ganz normaler Gefangener“ gewesen zu sein. „Er hat keine hervorgehobene Stellung eingenommen“, so der 27-Jährige über den Mitinsassen, der den Spitznamen „Malik“ tragen soll. Der Zeuge, der derzeit in der JVA Rohrbach in Rheinhessen einsitzt, konnte sich auch nicht daran erinnern, dass es eine „Abschtschjak“ gegeben habe (in der Knastsprache ein Ausdruck für eine Zwangs-Gemeinschaftskasse, in die Häftlinge einzahlen, etwa für das Beschaffen von Drogen). Es habe lediglich eine „Spendenliste“ für den Tabak gegeben, wovon sich die Häftlinge hätten nehmen dürfen. Der Angeklagte, der in Pirmasens wohnt, hat bisher zu den Vorwürfen keine Aussagen gemacht. Ein zweiter Zeuge, der für gestern auch geladen war, ist nicht erschienen. Am 15. Februar, neun Uhr, wird der Prozess fortgesetzt.