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Dresdner Replik auf Konzertkritik der Türkei

Dresden. Das Europäische Zentrum der Künste in Dresden will sich wegen des Konzertprojektes "Aghet" über Massaker der Türken an den Armeniern nicht knebeln lassen. "Wir werden uns davon keineswegs einschüchtern lassen, Genozid weiter Genozid nennen und historisch belegte Verbrechen gegen die Menschlichkeit als solche bezeichnen", sagte Intendant Dieter Jaenicke gestern.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Türkei auf EU-Ebene wegen des 2015 uraufgeführten Stückes interveniert hatte. Es wird am Samstag im Festspielhaus Hellerau aufgeführt. Jaenicke: "Die Reaktion ist konsequent: erst Presse, dann Satire, jetzt Kunst und Musik. Die Anmaßung ist komplett und bedarf klarer Worte Berlins und der EU." Bei Massakern an den Armeniern im Jahre 1915 starben bis zu 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit im Osmanischen Reich.