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Drang beim Filterwechsel Staub aus?

Zweibrücken. In Sachen des seit dem Wochenende verfärbten Schnees an der Mörsbacher Mülldeponie gibt es eine Spur: Die Firma Terrag hat am 7. Februar erstmals ihre Staubfilter an der Konditionierungsanlage gewechselt. Endgültige Klarheit bringen aber erst die Ergebnisse der Analyse. Eric Kolling

Im Rätselraten um schwarz gefärbten Schnee auf einem Feld neben der Mörsbacher Mülldeponie hat sich gestern eine Spur ergeben. Wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd auf Anfrage erklärte, habe die Firma Terrag in ihrer Stellungnahme eingeräumt, dass sie am Samstag, 7. Februar, erstmals die Filter der Konditionierungsanlage auf der Deponie gewechselt habe. In der Anlage wird Industriestaub mit Wasser verdichtet, um ihn auf der Deponie abzulagern. Normalerweise, so SGD-Süd-Sprecherin Nora Schweikert, werde dieser Filter alle zwölf Monate gewechselt.

Sie betont, dass noch nicht bewiesen sei, ob der Filterwechsel die Ursache für die Schwarzfärbung des Schnees war. "Eine Bestätigung haben wir erst nach der Analyse", so Schweikert. Der Deponiebetreiber UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken ) hatte am Dienstag Proben genommen, deren Analyse aber bis Ende Februar dauern dürfte. Gleichzeitig hatten SGD-Inspekteure vor Ort keine Rückschlüsse auf die Ursache ziehen können. Auch die Firma Mitteldeutsche Schlacken Union (MDSU) habe gestern Stellung bezogen, so Schweikert: "Sie hat keine Anhaltspunkte gefunden, dass sie die Verschmutzung verursacht hat." UBZ-Vize Eckart Schwarz, der für sein Unternehmen und die Deponie ausschließt, etwas mit dem schwarzen Schmutz zu tun zu haben, findet das plausibel. Schwarz: "Verwehte Schlacke von der Halde der MDSU kann nicht der Grund sein. An den Tagen war die Windrichtung aus Nord und Ost. Dann hätte das Material um die Ecke geweht werden müssen."

Zu den Verfärbungen wolle sich der UBZ detailliert äußern, wenn die Analyseergebnisse vorlägen, berichtet SGD-Sprecherin Nora Schweikert. Sollte sich dann bestätigen, dass Terrag der Verursacher war, würde die Aufsichtsbehörde die konkrete Verfahrensweise eines solchen Filterwechsels anfordern. Die Abläufe würden dann einmal unter dem Aspekt Arbeitsschutz untersucht. Außerdem sei der Immissionsschutz wichtig, dass also keine Schadstoffe freigesetzt würden. "Wenn es da Mängel gäbe oder das Konzept nicht schlüssig wäre, würden wir entsprechende Maßnahmen einleiten", so Schweikert. Sie schließt nicht aus, dass beim Filterwechsel schlicht ein Fehler passiert ist.

Terrag-Sprecher Hubert Immesberger bestätigte unserer Zeitung die Informationen der SGD Süd in puncto Filterwechsel. Er betonte aber, dass es im Regelbetrieb zu keiner Störung gekommen sei. Auch gelte es abzuwarten, was die Analyse der Proben erbringe.

Auch die Bürgerinitiative Mörsbach (BI), die die Verschmutzungen am Sonntag gesehen und durch einen Hinweis an den Merkur öffentlich gemacht hatte, will das offizielle Ergebnis der Untersuchungen abwarten. BI-Vorsitzender Dennis Nizard: "Sollte sich aber bewahrheiten, was an Vermutungen bis jetzt vorliegt, so stellen wir eine große Diskrepanz zwischen der Öffentlichkeitsarbeit der Firma Terrag und der Realität fest." Nach Verständnis der BI sei der Filterwechsel "ein wesentlicher Teil der Anlage" und gehöre "unverzichtbar zum Betrieb dazu". Nizard weiter: "Erschrocken sind wir über der Tatsache, dass erst durch Anwohner und die BI überhaupt der Missstand aufgedeckt wurde, obwohl tagtäglich die Betreiber UBZ, Terrag und MDSU vor Ort sind." Keiner der Drei habe die großflächige Verschmutzung übersehen können - doch keiner habe "irgendeine Initiative ergriffen".