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Die Suche nach dem Tristan-Akkord

 Frank Reinecke, Tim Vogler, Moritz Eggert, Stefan Fehlandt, Raoul Mörchen und Stephan Forck (von links) beim Konzert in der Zweibrücker Fasanerie. Foto: Daniela Heims
Frank Reinecke, Tim Vogler, Moritz Eggert, Stefan Fehlandt, Raoul Mörchen und Stephan Forck (von links) beim Konzert in der Zweibrücker Fasanerie. Foto: Daniela Heims FOTO: Daniela Heims
Zweibrücken. Die Internationalen Kammermusiktage Homburg machten am Freitagabend einen Abstecher nach Zweibrücken. Das Konzept mit Musik, Worten und wechselnden Besetzungen überzeugte. Daniela Heims

Im Spiegelsaal der Fasanerie fand am Samstagabend ein Konzert der besonderen Art statt. Im Rahmen der Internationalen Kammermusiktage Homburg hatte das Tim-Vogler-Quartett ein paar Gäste geladen, die mit ihnen den Abend gestalteten.

Musikexperte und WDR-Moderator Raoul Mörchen führte durch den Abend, erzählte und erklärte einiges zu den Stücken und zu dem Motto. Es war ein Abend der Jubiläen: 20 Jahre Internationale Kammermusiktage Homburg, 30 Jahre Vogler-Quartett. Da bot es sich an, ein weiteres Jubiläum einzubeziehen: 150 Jahre "Tristan und Isolde" von Richard Wagner . Und so stellte Vogler den Abend unter das Motto des Tristan-Akkords. Einer Notenfolge, die so berühmt wurde, dass sie von vielen Komponisten aufgegriffen wurde - wenn auch oft sehr versteckt. Für den Abend fand man Stücke aus den vergangenen gut 100 Jahren, die nicht auf den ersten Blick dieser Vorgabe entsprachen. Dafür gehören die Musiker, die für die Interpretation der Stücke eingeladen waren, eindeutig zu den Meistern ihres Fachs. Matan Porat am Klavier , Frithjof-Martin Grabner am Kontrabass und Moritz Eggert , vielleicht der Star des Abends: Als Pianist, Komponist und Autor brillierte er in allen Disziplinen. Denn er spielte nicht nur am Klavier , darunter eine eigene Komposition. Er las auch zwei seiner überaus geistreichen und spritzigen Texte seines Blogs vor, thematisierte passend zum Abend Wagner und das Streichquartett. Und er sang - Lieder aus seiner "Bordellballade", die er 2009 für das Kurt-Weill-Fest Dessau komponiert hatte.

Überzeugen konnte das Konzept des Abends, das mit Worten, Musik und wechselnden Besetzungen ein kurzweiliges und harmonisches Programm schuf. Ganz besonders schön zu sehen war, mit welch sympathischer Bescheidenheit und Zurückhaltung Tim Vogler und seine Streicher ihren Gästen den Raum gaben, in den Vordergrund zu treten und zu glänzen. Und ebenso ergreifend war es zu sehen, mit welcher Freude, Hingabe und Liebe die Musiker in ihrer Kunst versanken. Diese wohlwollende und intime Atmosphäre steckte an und so wurde der Abend für das zwar kleine, aber umso aufmerksamere Publikum zu einem exklusiven Genuss der Extraklasse.