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UBZ stellt ab Januar System um
Die letzte große Sperrmüll-Sammlung

Meist professionelle Sammler reduzieren so manchen Sperrmüll-Berg in der Zeit zwischen dem Herausstellellen durch die Bewohner und dem Abholen durch den UBZ gewaltig. Die beiden Beispiel-Bilder entstanden am Dienstagabend und am Mittwochmittag in der Poststraße. Immerhin entging dem UBZ hier kein wertvolles Altmetall.
Meist professionelle Sammler reduzieren so manchen Sperrmüll-Berg in der Zeit zwischen dem Herausstellellen durch die Bewohner und dem Abholen durch den UBZ gewaltig. Die beiden Beispiel-Bilder entstanden am Dienstagabend und am Mittwochmittag in der Poststraße. Immerhin entging dem UBZ hier kein wertvolles Altmetall. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. UBZ stellt ab Januar auf kundenfreundlicheres System um. Nur internationale Müllsammler haben das Nachsehen.

Diese Woche sind die Zweibrücker Bürgersteige wieder mit Sperrmüll-Bergen zugestellt, die sich im Laufe eines halben Jahres bei den Bürgern angesammelt haben. Künftig wird es solche Bilder nicht mehr geben – denn der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) stellt das Sperrabfall-System um: Ab Januar 2018 wird der Sperrmüll auf Abruf abgeholt.

Diese Umstellung war zwar schon Ende 2016 im Rahmen des Zweibrücker Abfallkonzepts 2018 angekündigt worden – die Diskussion hatte sich damals aber auf Vor- und Nachteile der neuen Biotonnen-Pflicht und der Ausdünnung der Restmülltonnen-Leerung konzentriert.

„Die neue Lösung ist kundenfreundlicher“, sagte UBZ-Vorstandschef Werner Boßlet gestern auf Merkur-Nachfrage. Denn künftig können Bürger Sperrmüll dann loswerden, wann es ihnen individuell am besten passt. Dafür meldet man sich ab 2018 einfach beim UBZ – und der holt den Sperrabfall dann an einem festgelegten Tag innerhalb der nächsten drei Wochen ab. Wer sich bislang im Frühjahr kurz nach dem ersten halbjährlichen Sammel-Termin neue Möbel zugelegt hatte, konnte die alten bislang erst beim nächsten Sammel-Termin im Herbst entsorgen, nennt Boßlet ein Beispiel für monatelange Wartezeiten, die künftig entfallen.

Mehrkosten entstehen für die Bürger nicht, betont Boßlet: Auch die individuelle Abfuhr kostet keine Gebühr. Diese Möglichkeit besteht ab 2018 ein Mal jährlich je Haushalt. Ein Gebühr (die Höhe werde bald beschlossen) muss nur zahlen, wer kurzfristig Sperrmüll entsorgen will, etwa wegen einer ungeplanten Wohnungsauflösung. Auch das bedeutet für Bürger aber keine Kosten-Steigerung – denn außerhalb der zwei jährlichen Sammeltermine hat der UBZ bislang überhaupt keinen Sperrmüll abgeholt, erinnert Boßlet: „Wer nicht bis zum nächsten Termin warten wollte, musste selbst zum Wertstoffhof fahren.“

Boßlet erwartet, dass die Gesamtmenge an Sperrabfall, den der UBZ einsammelt, ab 2018 steigt – und damit auch die Wiederverwertung von Sachen, die Bürger bisher in den Restmüll geworfen haben. Es spare dem UBZ (und damit auch den Gebührenzahlern) Geld, wenn weniger Restmüll in Pirmasens verbrannt werden müsse. Bei den großen Sperrmüll-Haufen, die beim alten System „oft wild durcheinandergeworfen“ am Straßenrand liegen, sei es schwieriger, die sogenannten Wertstoff-Fraktionen zu trennen, erläutert Boßlet. Außerdem nutzten Sperrmüllsammler, überwiegend aus Osteuropa, die halbjährlichen Sperrmüll-Abholtage, um sich lukrative Dinge wie Metall aus den Sperrmüll-Bergen zu holen. Boßlet: „Das sind pro Tonne 100 Euro, die uns fehlen.“ Die professionellen Sammler nähmen aber auch vieles mit, für das der UBZ und auch die Arbeitslosenselbsthilfe keine Verwendung mehr hätten wie alte Möbel, Spielzeug oder Teppiche.



Legal sei das Sperrmüll-Plündern zwar nicht: „Aber das zu überwachen, wäre ein Riesen-Aufwand“ und dadurch auch zu teuer. Es gebe aber „regelrechte Umschlagplätze“ am Rande Zweibrückens, wo die gesammelten Sachen von kleinere in größere Fahrzeuge umgeladen würden, so Boßlet: „Das haben wir dem Ordnungsamt auch mitgeteilt.“ Stadtsprecher Heinz Braun bestätigt: „Bekannte Zweibrücker Umschlagpätze sind die Parkplatz bei Waldfriedhof, Tschifflick und Autobahnbrücke Ixheim.“ Ordnungsamts-Kontrollen konzentrierten sich darauf, dass dort keine Abfälle hinterlassen würden, in den letzten Jahren habe es damit kaum mehr Probleme gegeben. Abends, wenn die Sammler meist unterwegs sind, mache das Ordnungsamt auch verstärkt Kontrollfahrten durch die Stadt. Dabei stelle sich heraus, dass die Sammler Bürger oft fragten, ob sie etwas mitnehmen dürfen. Die Zweibrücker Polizei hat am Sonntag laut Inspektionsleiter Matthias Mahl neun Sperrmüllsammler auf einem Umschlagplatz am Schwimmbad Contwig kontrolliert, ohne bedenkliche Ergebnisse.

Letzte große Sperrmüll-Sammlung in Zweibrücken. Vorher-Nachher-Fotos von Dienstagabend und Mittwochmittag. Foto: Lutz Fröhlich
Letzte große Sperrmüll-Sammlung in Zweibrücken. Vorher-Nachher-Fotos von Dienstagabend und Mittwochmittag. Foto: Lutz Fröhlich FOTO: Lutz Fröhlich