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Serie Grundschulen in Zweibrücken
Die Schule mit Heimvorteil

 Mit Erdmännchen Sunny lernen bereits die Erstklässler, Verantwortung zu tragen sowie verschiedenen Kommunikationsmethoden.
Mit Erdmännchen Sunny lernen bereits die Erstklässler, Verantwortung zu tragen sowie verschiedenen Kommunikationsmethoden. FOTO: cvw
Zweibrücken. Mit dem Eintritt in den Schulalltag beginnt der „Ernst des Lebens“, behauptet der Volksmund. Dass dieser Lebensabschnitt, außer rechnen, schreiben und lesen lernen noch deutlich mehr Fähigkeiten fördert, zeigt ein Blick auf die Grundschulen von heute. In einer losen Reihe stellt der Pfälzische Merkur die Zweibrücker Grundschulen und ihre Besonderheiten vor. Heute: die Grundschule Rimschweiler. Von Cordula von Waldow

Sunny, das niedliche Erdmännchen, hört sich begeistert an, was die Erstklässler der Grundschule in Rimschweiler für die Ferien planen. Wie auch an den Wochenenden wird es ein Kind begleiten. Die Kinder dokumentieren in Fotos, Zeichnungen oder kleinen Geschichten, was sie mit dem pfiffigen Stofftier erlebt haben. Montags berichten sie oder lesen vor.

„Damit lernen sie gleich ganz viel: Fürsorge und Verantwortung tragen, sich schriftlich und mündlich auszudrücken, zu präsentieren“, zählt Schulleiterin Nicole Schmidt auf. Im zweiten Schuljahr übernimmt „Euli“, die schlaue Eule, den Part des Erdmännchens. Mit 52 Kindern hat Rimschweiler eine kleine, familiäre Grundschule. Jede der drei Lehrerinnen kennt jedes Kind mit Namen. Die Dritt- und Viertklässler werden gemeinsam unterrichtet. „In den Fächern Sport, Musik und Sachunterricht ist es easy, Deutsch verläuft übergreifend und in Mathe trennen wir“, beschreibt Nicole Schmidt. Dank der engen Zusammenarbeit mit der Kita, gegenseitigen Besuchen und gemeinsamen Aktivitäten ist auch hier der Übergang fließend. Einmal im Jahr wird eine ganze Bewegungslandschaft aufgebaut und von Kita wie Schule gemeinsam betreut. Der Hort im Gebäude der Grundschule erleichtert die Nachmittagsbetreuung.

 Klein, aber oho – das gilt für die Grundschule Rimschweiler. Das engagierte Damentrio bietet den Kindern eine Vielzahl an Aktivitäten. Sport und Bewegung werden nicht nur Dank der multifunktionalen Fahrzeuge in den Pausen groß geschrieben. Rimschweiler beteiligt sich an den Bundesjugendspielen bis hin zu den Gerätewettkämpfen und am Sportfest in Zweibrücken. Außerdem lernen alle Kinder, 60 Minuten am Stück zu joggen. „Das schaffen sie alle, wenn man es behutsam aufbaut“, sagt Schmidt. So führt ein Wandertag auch zum Tennisschnuppern. Skate-at-School und eine Wanderung über den Berg in die Eishalle gehören fest zum Programm. Um den Kindern auch einmal ein Kulturerlebnis außerhalb zu bieten, führt die jährliche Theaterfahrt in der Vorweihnachtszeit nach Saarbrücken oder Kaiserslautern. Die Jugendbücherei Zweibrücken betreibt in der Rimschweiler Grundschule eine Zweigstelle. Einmal im Monat können die Kinder hier Bücher entleihen. Auch das Lesekino unterstützt die gezielte Leseförderung. Medientechnisch ist die Schule auf dem Weg. Im Rahmen des Projekts „Medienkompetenz macht Schule“ sensibilisierte ein Elternabend für „Gefahren und Nutzen des Internets“.



In Rimschweiler bleibt die Schule im Dorf. Die Kinder sind eng eingebunden in das Dorfleben, vom Volkstrauertag über Sankt Martin, den Stand des regen Fördervereins auf dem Weihnachtsmarkt, die Mitgestaltung des Neujahrsempfangs und natürlich das Schulfest, das von vielen Rimschweilern besucht wird.