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Die Form wechselt, der Geist bleibt

Zweibrücken. Mit einem Umgliederungsappell wurde gestern im Zweibrücker Westpfalzstadion die Luftlandebrigade 1 offiziell in Dienst gestellt. Dazu gehört das ebenfalls neu aufgestellte und in Zweibrücken stationierte Fallschirmjägerregiment 26. Fritz Schäfer

Ein Kapitel der Geschichte der deutschen Luftlandetruppe endete gestern im Zweibrücker Westpfalzstadion. Um 14.30 Uhr wurden die Truppenfahnen der Fallschirmjägerbataillone 261 aus Lebach, 263 aus Zweibrücken und des Luftlandeunterstützungsbataillons 262 aus Merzig bei einem Appell mit über 1000 Soldaten eingerollt. Der Kommandeur der Luftlandebrigade 1, Oberst Stefan Geilen, stellte die Einheiten außer Dienst.

Kurze Zeit später begann ein neues Kapitel. Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Eberhard Zorn, stellte die Luftlandebrigade 1 offiziell in Dienst. Dazu gehören die Fallschirmjägerregimenter 31 in Seedorf und 26 in Zweibrücken . Deren Kommandeur Oberstleutnant Andreas Steinhaus entrollte mit Zorn die neue Truppenfahne.

"Die Form wechselt, der Geist bleibt", sagte Oberst Geilen zum Abschluss seiner Ansprache. Das Fallschirmjägerregiment 26 entstehe "nicht aus dem Nichts". Es könne zurückgreifen auf das Personal, das Material "aber auch auf den Geist und die Tradition" der bisherigen Bataillone 261, 262 und 263.

Geilen erinnerte die hunderten Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Bundeswehr an die Geschichte der drei Einheiten. Dazu zählten in den letzten beiden Jahrzehnten Auslandseinsätze in Somalia, Kosovo, Kongo und vor allem in Afghanistan. Alle drei Einheiten verbinde "die besondere Einsatzbereitschaft" und die Integration in die Garnisonsstädte in der Südwestpfalz und dem Saarland. "Sie werden die Tradition und das Selbstverständnis der Fallschirmjäger in die neue Struktur mitnehmen", sagte Geilen.

"Das ist der letzte Schritt der aktuellen Neuausrichtung der deutschen Fallschirmjägertruppe", sagte Generalmajor Zorn. Er bestätigte, dass die Luftlandebrigade 1 den Beinamen "Saarland" behalte. Auch der Auftrag für militärische Evakuierungsoperationen bleibe gleich. Neu sei "ein neuer, im Heer einzigartiger Auftrag: die Aufstellung eines deutsch-niederländischen luftbeweglichen Gefechtsverbands." Diesen Auftrag werde das Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken erhalten. "Zweibrücken ist ein traditionsreicher, gut integrierter Standort. Bedeutsam und mit guten Übungsmöglichkeiten", sagte Zorn. Durch das Regiment werde der Standort aufgewertet. Allerdings sei es für die Soldaten wichtiger, dass sie hier zuhause bleiben könnten. Immerhin kämen 78 Prozent der Soldaten der Einheit aus der Region. Zorn sagte in einem Gespräch vor dem Appell, dass in Zweibrücken noch einiges in die Infrastruktur investiert werden müsse. Dabei erwähnte er den geplanten Neubau der Sporthalle und die Modernisierung der Kasernengebäude. Rund 1200 Soldaten bleiben in der Niederauerbach-Kaserne.

 Die Veranstaltung wurde durch stimmungsvolle Musik bereichert. Fotos: Jörg Jacobi
Die Veranstaltung wurde durch stimmungsvolle Musik bereichert. Fotos: Jörg Jacobi