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Letzte große Krankenkasse verlässt die Rosenstadt
Die AOK gibt ihr Kundencenter in Zweibrücken auf

Das AOK-Kundencenter in Zweibrücken schließt am 31. Dezember 2018 für immer. Bis dahin bleibt es bei den gewohnten (zuletzt aber schon reduzierten) Öffnungszeiten.
Das AOK-Kundencenter in Zweibrücken schließt am 31. Dezember 2018 für immer. Bis dahin bleibt es bei den gewohnten (zuletzt aber schon reduzierten) Öffnungszeiten. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Geschlossen wird aber erst Ende Dezember. Grund sei die „abnehmende Kundenfrequenz“: Immer mehr Versicherte nutzen Online- und Telefon-Service. Von Lutz Fröhlich

Nach der DAK 2014 und der Barmer 2016 schließt zum kommenden Jahreswechsel auch die letzte große Krankenkasse ihre Filiale in Zweibrücken: Die AOK informierte am Freitag auf Merkur-Anfrage, ihr Kundencenter in der Von-Rosen-Straße 4 werde nur noch bis zum 31. Dezember 2018 betrieben.

Dorthin war die AOK erst 2014 von ihrem langjährigen, deutlich größeren Sitz in der Kaiserstraße umgezogen. Warum schließt die AOK nun bald ihre Zweibrücker Geschäftsstelle? AOK-Pressereferent Jan Rößler schreibt dazu: „Das Anliegen der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse ist es, ihre Versicherten jederzeit gut und umfassend zu beraten. Dabei gilt es, alle Kommunikationskanäle zu bedienen. Wir stellen fest, dass unsere Kunden zunehmend auch telefonisch oder per E-Mail und Internet betreut werden möchten.“ Besonders junge Leute gingen, anders als früher, heute kaum noch persönlich in Kundencenter, sagte Rößler auf telefonische Nachfrage. Auf dieses geänderte Kundenverhalten müsse die AOK reagieren. Der Pressereferent schreibt: „Daher passt die AOK ihre Serviceangebote kontinuierlich – orientiert am technologischen Fortschritt – an: Sicherstellung der persönlichen Beratung, Ausweitung der telefonischen Erreichbarkeit, Aufbau einer Internetgeschäftsstelle, Weiterentwicklung des E-Mail-Services. Dies erfordert gleichzeitig auch, einzelne Beratungsstellen mit abnehmender Kundenfrequenz aufzugeben.“ Der AOK-Sprecher betont: „Alle Arbeitsplätze bleiben in der Region erhalten.“ Die (wie 2014 rund zehn) Mitarbeiter seien auch nach der Zweibrücker Schließung „im nächst erreichbaren Kundencenter (z.B. in Pirmasens, aber auch direkt in nächster Umgebung in Homburg) weiterhin für unsere Versicherten aktiv“, kündigt Rößler an. „Selbstverständlich besuchen unsere Kundenberater unsere Kunden gerne auch zu Hause.“ Neben einem „E-Mail Sofortservice“ stünden den Versicherten telefonisch kostenfrei an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Allgemeine Ortskrankenkasse biete allen Versicherten so „weiterhin regional ein hohes Maß an Service und Beratung sowie fachkundige und bekannte Ansprechpartner“. Trotz der Schließung behalte die AOK in Rheinland-Pfalz und dem Saarland „auch weiterhin das mit Abstand dichteste Kundencenternetz (an 49 Standorten)“, so Rößler. Warum wird Zweibrücken geschlossen, während Pirmasens und Homburg geöffnet bleiben? Grund sei zum einen „die Kundenfrequenz“, zum anderen „ist wichtig, dass wir flächendeckend da sind“, verweist Rößler auf die Mittellage Zweibrückens nahe von Homburg im Osten und Pirmasens im Westen. Wie groß der Kundenrückgang im Zweibrücker Kundencenter in den vergangenen Jahren war, verriet der Sprecher nicht.



Bis zum 31. Dezember bleibe das Zweibrücker Kundencenter „zu den bisherigen Öffnungszeiten zu erreichen“, schreibt Rößler. Diese Zeiten (montags 13 bis 16 Uhr, dienstags und mittwochs 9 bis 13 Uhr, donnerstags 13 bis 17 Uhr, freitags 9 bis 13 Uhr) wurden in den vergangenen Jahren allerdings schon deutlich reduziert, zeigt ein Blick ins Merkur-Archiv: Vor und nach dem Umzug 2014 war noch vier mal wöchentlich ganztags geöffnet und nur einmal halbtags.

www.rps.aok.de