| 20:31 Uhr

Zweibrücker Funker
Funkbetrieb unter blauem Himmel

 Fieldday der Funkamateure: Ingo Pallmann, David Valente-Lopez, Peter Schütze und Harald Schmidtchen haben sich auf der Kirrberger Höhe eingerichtet.
Fieldday der Funkamateure: Ingo Pallmann, David Valente-Lopez, Peter Schütze und Harald Schmidtchen haben sich auf der Kirrberger Höhe eingerichtet. FOTO: Gruppenfoto: Susanne Lilischkis ISS: Verein
Zweibrücken. Die Zweibrücker Funker sind auch in diesem Jahr zu ihrem traditionellen „Fieldday“ hinaus aufs Feld gezogen. Von Susanne Lilischkis

Saftige Steaks brutzeln auf dem Rost, das Bier steht im Kühlschrank und die Laune könnte nicht besser sein. Beim abendlichen Grillen des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC) fallen dem Besucher die unzähligen Antennen auf, die auf der Kirrberger Höhe aufgebaut sind. Die Zweibrücker Funker haben vergangenes Wochenende wieder zu ihrem Fieldday geladen. Bei dieser Mischung aus Sommerzeltlager und Amateurfunk-Event tauschen die Mitglieder untereinander Erfahrungen aus, die neu erworbenen Gerätschaften werden vorgeführt und natürlich wird die Gemeinschaft gepflegt.

„Wir beweisen hier unsere Fähigkeit, autark Funkbetrieb zu betreiben“, sagt Ingo Pallmann. Er sitzt auf einer Bierbank vor dem großen Bundeswehr-Zelt, in dem die Funkgeräte aufgebaut sind. Ein Generator und Solarzellen auf dem Notstrom-Mobil liefern die nötige Energie für Kommunikation und kühle Getränke. „Der Fieldday stärkt den Zusammenhalt“, meint auch David Valence-Lopez, der Vorsitzende des Vereins, der harte Kern übernachtet auch hier auf dem Feld.“

Zum morgendlichen Kaffee werden die Teilnehmer mit einer selbst gebauten Sirene geweckt, die wahlweise einen krähenden Hahn, einen bellenden Hund oder ein wieherndes Pferd erschallen lässt. „Das Schöne ist, dass wir hier auf Kurzwelle bis in den Gigawattbereich hinein funken können“, sagt David Valence-Lopez.



Eingeschränkt werden die Radioamateure nur von der Witterung oder den Sonnenflecken. Viele Sonnenflecken bedeuten gute Funkbedingungen – doch in den letzten Jahren hat die Aktivität der Sonne stark abgenommen. Nachdem die Zweibrücker Funker kürzlich den Mond als Reflektor der Funkwellen benutzen (wir berichteten), haben sie nun auf dem Funkweg Bilder von der Internationalen Raumstation ISS empfangen. Bei dem SSTV genannten Verfahren wird die Bildinformation in Form von Tönen übertragen. Sie setzt sich zeilenweise zusammen, nach zwei Minuten erscheint das ausgesendete Bild auf dem Monitor der Funker. Es zeigt den Astronauten Owen Garriot, der zahlreiche Amateurfunkstationen ins All gebracht hat und der kürzlich verstorben ist.

Der Fieldday war offen für Besucher. Mitglieder befreundeter Ortsvereine aus Homburg, Pirmasens, Kaiserslautern und Bexbach schauten bei den Zweibrücker Funkern vorbei. Im Herbst will der DARC wieder Ausbildungskurse anbieten. Dann werden angehende Funker ein Mal die Woche in einem Abendkurs wieder gründlich auf die Prüfungsthemen vorbereitet. Den genauen Termin wird der Verein noch bekanntgeben.

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 So kam das Bild, das die ISS ausgesendet hat, bei den Zweibrücker Funkern an.
So kam das Bild, das die ISS ausgesendet hat, bei den Zweibrücker Funkern an. FOTO: Gruppenfoto: Susanne Lilischkis ISS: Verein