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Streifen im Outlet
Deutsch-französische Abschreckung

 Deutsche und französische Polizisten sind im Dezember gemeinsam im Outlet unterwegs.
Deutsche und französische Polizisten sind im Dezember gemeinsam im Outlet unterwegs. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Seit Polizisten von beiden Seiten der Grenze gemeinsam Streife laufen, hat sich die Zahl der Straftaten verringert. Von Nadine Lang

In diesem Jahr wurden im Zweibrücken Fashion Outlet 162 Straftaten der Polizei gemeldet. Bei zwölf handelte es sich um Taschendiebstahl, in 150 Fällen um Ladendiebstahl, wiederrum 24 davon bandenmäßig, wie Eduard Englert, Polizeikommissar und stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken berichtet.  Die Dunkelziffer, die durch Inventur festgestellt wird, wird deutlich höher vermutet. Aufgrund dieser nicht geringen Anzahl an Straftaten greift die Polizei nun in der Vorweihnachtszeit zu hoffentlich abschreckenden Maßnahmen.

Während des gesamten Dezembers patrouillieren mehrere Streifen im Fashion Outlet. Unterstützt wird die Polizei dabei von Kollegen der Police National und der Gendarmerie. Ziel ist zum einen das Sicherheitsgefühl zu verbessern, durch das Auftreten für Prävention zu sorgen aber auch die Menschen aufzuklären, wie sie Sicherheitsmaßnahmen verbessern können. Dafür sprechen die Polizeibeamten beispielsweise auch mit den Storemanagern und geben Tipps zur Warensicherung.

Die Bürger seien bisher von der Präsenz positiv gestimmt, berichtet Englert. Der häufigste Grund für Taschendiebstähle seien bislang allerdings das Verhalten der Käufer selbst. So werden Taschen gerne gedankenlos vor Umkleidekabinen abgestellt oder am Kinderwagen hängen gelassen. „Man sollte Wertsachen grundsätzlich am Körper tragen und nicht unbeaufsichtigt ablegen“, rät Eduard Englert darum.



Da im Zweibrücken Fashion Outlet geschätzt 40 bis 50 Prozent französische Gäste einkaufen, und es sich auch bei den Dieben teilweise um französische Staatsbürger handelt, sei die Unterstützung der französischen Kollegen eine große Hilfe. Die können nicht nur bei Sprachbarrieren vermitteln sondern auch noch vor Ort über ihre Dienstgeräte  auf Datenbanken zugreifen, etwa um Identitäten zu überprüfen. Die deutsche Polizei müsste diese Auskünfte erst anfragen.

Doch im Fokus der Streifen liegt zunächst die Abschreckung. „Wir wollen die Sache offensiv beginnen“, erklärt Englert weiter. Und die Präsenz vor Ort, da sind sich die Polizeibeamten einig, bringt etwas. Bereits am zweiten Adventswochenende waren die Streifen vor Ort, Diebstähle wurden auch von den Privatdetektiven auf dem Gelände keine angezeigt.

Die Zusammenarbeit mit den französischen Kollegen erfolgt übrigens über das sogenannte Tandem-Projekt, welches Andreas Fremgen betreut. Drei deutsche Polizisten bilden hierbei mit drei französischen Polizisten ein sogenanntes Tandem. Für ein Jahr sind die jeweiligen Zusammenstellungen festgelegt, dann werden neue gebildet. Jeweils im März gibt es dann eine Vorbereitungswoche. „Dabei geht es um Sprachliches aber auch um Rechtliches. Beispielsweise um die Frage, was ein Polizist machen darf, wenn er über die Grenze geht. Sinn und Zweck sind aber vor allem die Kontakte“, erklärt Andreas Fremgen.  Im Rahmen dieses Projektes unterstützen sich die Dienststellen aber auch beispielsweise zu Veranstaltungen, wie seit Jahren am Zweibrücker Stadtfest oder sie führen gemeinsame Grenzkontrollen durch.