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Der Vertreter muss es oftmals richten

 Auch Zweibrücker Schulen setzen auf das Instrument Vertretungslehrer. Foto: dpa
Auch Zweibrücker Schulen setzen auf das Instrument Vertretungslehrer. Foto: dpa
Zweibrücken. Klassenfahrten, Weiterbildungen oder Krankheiten sind Gründe, warum Unterrichtsstunden in den Schulen ausfallen. Mit dem Projekt erweiterte Selbstständigkeit (PES) reagiert Rheinland-Pfalz seit dem Schuljahr 2001/2002, um dem zeitweiligen Unterrichtsausfall zu begegnen Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

Zweibrücken. Klassenfahrten, Weiterbildungen oder Krankheiten sind Gründe, warum Unterrichtsstunden in den Schulen ausfallen. Mit dem Projekt erweiterte Selbstständigkeit (PES) reagiert Rheinland-Pfalz seit dem Schuljahr 2001/2002, um dem zeitweiligen Unterrichtsausfall zu begegnen.Dabei können die Schulen, wie das Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium, eigenständig einen Pool bilden, aus dem die Vertretungslehrer geschöpft werden. Dabei gilt nach Aussage des stellvertretenden Schulleiters, Karl-Heinz Alles, die Regel der "höchstmöglichen Qualifikation". Das bedeutet, dass in dem Vertretungslehrer-Pool vor allem Absolventen mit dem ersten Staatsexamen oder zumindest höhere Semester eines Lehramtsstudiums sind.

"Das läuft bei uns sehr gut", schildert Alles die Erfahrungen. Bei Projektwochen würde die Schule auf erfahrene Leute aus Wirtschaft und Institutionen zurückgreifen.

Auch die Berufsbildende Schule Zweibrücken nimmt am PES teil. "Wir haben bei rund hundert Lehrern zehn Vertretungslehrer. Aber von den etwa 2200 Wochenstunden an unserer Schule sind es vielleicht hundert durch Vertretungsstunden", sagt der Leiter der BBS, Walter Rimbrecht (Foto: pm). Auch die Berufsbildende Schule baut auf Lehramtsstundenten oder Absolventen mit dem ersten Staatsexamen.



Wobei die BBS in bestimmten Klassen auf spezielle Fachkräfte zurückgreift. "Aber es sind maximal acht Stunden und es ist nur vorübergehend", stellt Rimbrecht klar. Seiner Meinung nach ist eine solche Vertretung besser als Unterrichtsausfall.

Über 700 Schulen nehmen nach Auskunft von Hans Beckmann, Leiter der Schulaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), an dem Projekt teil. Nach den Rückmeldungen seien die Schulen sehr zufrieden, mit dem Instrument, kurzfristig auf den Schulausfall zu reagieren. Auch Beckmann betont, dass es sich dabei nur um "einen kurzen zeitraum und eine begrenzte Stundenzahl" handele. Wobei er erwähnt, dass an dem Projekt auch Betriebswirte, Ingenieure, Künstler oder Architekten teilnehmen können.

Für den Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz, Udo Küssner, stellt sich dennoch die Frage, was diese Vertretungslehrer "rüberbringen". Insofern fordert die GEW, dass das Land mehr Planstellen schafft, um genügend ausgebildete Lehrer für eine zeitweilige Mangelsituation zur Verfügung zu haben.