| 21:19 Uhr

Karnevalverein Zweibrücken
Der Stadt „fehlt nur noch ein Wasserfall“

Herzlich: Zusammen mit den Tischgästen im großen Heinrich-Gauf-Saal der Festhalle bewies die Rot-Weiße Funkengarde beim Auftakt der Veranstaltung Herz, wie es auf diesem Bild geometrisch aussieht.
Herzlich: Zusammen mit den Tischgästen im großen Heinrich-Gauf-Saal der Festhalle bewies die Rot-Weiße Funkengarde beim Auftakt der Veranstaltung Herz, wie es auf diesem Bild geometrisch aussieht. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Bei der KVZ-Sessions­eröffnung stellten die Karnevalisten ihren neuen Orden vor. Ihn ziert Oberbürgermeister Kurt Pirmann als „Zweebrigger Wassermann“. Von Volker Baumann

Kaum ist man mitten in der Herbstzeit und Weihnachten nähert sich mit großen Schritten, da klopft am 11.11. auch schon wieder die Karnevalssaison an die Tür. Das magische Datum für alle Jecken, sich wieder auf die närrische Zeit im Frühjahr vorzubereiten und die Session mit einer zünftigen Veranstaltung zu eröffnen. Wie immer lud dazu der Karnevalverein Zweibrücken (KVZ) in die Festhalle ein, um pünktlich um 20.11 Uhr „gnadenlos loszulegen“, wie Sitzungspräsidentin Heike Förch einleitend verkündete. „De KVZ dreht widder uff, do kenne ner eich velosse druff. Ab heit do schreibt ma Froosinn widder groß, do sinn mir werklich gnadelos“, so Hofers Zielansprache zwischen der einmarschierten Funkengarde an das närrische Auditorium mit Ehrengästen.

Der KVZ-Vorsitzende Walter Rimbrecht fehlte diesmal. Er ließ Grüße aus dem Petersdom verkünden, wo er zurzeit mit einer Posaunengruppe musikalisch den Papst erfreut.

13 Punkte hatte das kurzweilige Programm bis in die späten Abendstunden, begleitet und in den Pausen unterhaltend und zum Tanzen anregend von den „New Swingers“. Die waren allerdings nicht die Einzigen, die den Heinrich-Gauf-Saal musikalisch aufheizten. Die „KVZ-Spatzen“ haben sich mit ihren rockigen Titeln bei Jung und Alt in der Region schon einen Namen gemacht. „Hulapalu“, „Westerland“, „Tornero“ (Tausend Träume weit), „Skandal im Sperrbezirk“, alles toll interpretierte Titel.



Gardemädchen Celina durfte als Fan von Vanessa Mai für „Ich sterb für Dich“ am Mikro die Band begleiten und erntete tosenden Beifall. Nach der Ohne-Worte-Story von Kim, Alex und Sandy, alle Texte lustig zum Mitlesen auf Papier gedruckt, gaben Regina und Uwe Simon 20 Jahre Ehe in der Bütt zum Besten. Schonungslos die beiden „Eheprofis“: „Du würdscht jetzt noch uff de Kellertrepp steen, wenn ich dir net gesaat hätt, dass dess ke Rolltrepp iss“, lästert Uwe über seine „außergewöhnliche Belastung“, die er jedoch beim Finanzamt leider nicht geltend machen könne.

Frank Jakobi, auch Mitglied der KVZ-Spatzen, stellte als „Visionär“ den Gästen eine verblüffende Aufgabe: „Denken Sie mal an Ihr Alter und rechnen Sie fünf dazu“, forderte er das Publikum heraus. Mit „die Zahl, auf die sie dann kommen, so alt sind sie in fünf Jahren“, verriet er hellseherische Fähigkeiten. „Unglaublich“ schallte es aus dem Publikum. Junioren-Garde und Rot-Weiße Funkengarde legten zum Teil schwindelerregende, aber auch rhythmisch perfekt inszenierte Tänze aufs Parkett und standen bei den anschließenden Ehrungen und Ordensverleihungen Spalier. Ehrenpräsident Karl Meyer hatte den neuen Orden, der jetzt mit Umarmungen und Küssen um viele Hälse gelegt wurde, kreiert, und erläuterte in der Bütt das Zustandekommen, orientiert an den Tierkreiszeichen. Als astrologisch einzuordnende Menschensorte sei Oberbürgermeister Kurt Pirmann als Zwilling ein Fehler der Natur. Er, der sich schon von Anfang an in Zweibrücken mit Wasser befasse und das Nass kultiviere („es fließt und spritzt überall, es fehlt nur noch ein Wasserfall“), müsse eigentlich ein Wassermann sein. So ziert den neuen Orden das Konterfei des OB als „Zweebrigger Wassermann“. Er bekam ihn auch als Erster von Meyer umgehängt.

Für langjährige Aktivität beim KVZ wurden geehrt: Marlene Gustler, Michael Maurer (Hausorden für 5 Jahre); Nina Trumpler, Helena Wustrau (Silberne Nadel für 10 Jahre); Vanessa Ast, Laura Meister, Timm Riegel, Sandy Schönborn, Larissa Schwendler, Claus Wilhelm, Sven Wilhelm (Krone für 11 Jahre), Michelle Amend (Goldene Nadel für 15 Jahre).

Ordens-Wassermann Kurt Pirmann.
Ordens-Wassermann Kurt Pirmann. FOTO: Volker Baumann