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Serie Der Song meines Lebens
Die Initialzündung in Sachen Rock’n’Roll

 Lars Lunova
Lars Lunova FOTO: dingler / Sebhastian Dingler
Zweibrücken. Manchmal ist ein Lied mehr als nur ein Lied. Man hört es, und es lässt einen nicht wieder los. Weil es uns musikalisch einen neuen Horizont eröffnet, eine bestimmte Saite in uns zum Schwingen bringt oder weil wir es mit unvergesslichen Erlebnissen verbinden. Über solche Songs erzählen prominente und weniger prominente Bürger in unserer neuen Serie. Heute: „Sin City“-Schlagzeuger Lars Lunova. Von Sebastian Dingler

„Mein Song des Lebens?“ Da muss Lars Lunova, Schlagzeuger von Sin City und Buchautor („Rock ’n’ Roll-Niemandsland“), erstmal überlegen. Aber dann legt er sich doch fest. „Neben vielen anderen Songs kann wohl am allerehesten ‚Ça plane pour moi‘ vom auf mich damals total hyperaktiv wirkenden Belgier Plastic Bertrand als Lunova’sche Rock’n’Roll-Initialzündung genannt werden.“ 1977 oder 1978, damals war er zehn Jahre alt, habe er „diesen Typen“ durch Manfred Sexauers legendäre Sendung „Musikladen“ hüpfen gesehen und sofort gespürt, dass das rockte. „Da gab es etwas, was mich innerlich aufwühlte, anstachelte und mich zur Luftgitarre greifen ließ.“ Bis heute verursache der Song ein Fußwippen bei dem Sin City-Schlagzeuger, „Weltklasse“ sei außerdem sei das „Chuck Berry-mäßige Gitarrensolo.“ Lunova hat auch noch einen „funny fact“, also eine witzige Anekdote, zu dem Song parat: „Als ein Jahr später dieser deutsche TV-Moderator Benny (bekannt durch das damals sehr beliebte ZDF-Ferienprogramm mit der noch ganz jungen Anke Engelke) mit ‚Bin wieder frei‘ eine Coverversionen in deutscher Sprache heraus brachte, war ich total enttäuscht. Ich hatte aber zum Glück in der Zwischenzeit schon Status Quo, Sweet und Kiss für mich entdeckt.“

„Ça plane pour moi“ kam 1977 heraus und wurde zum Nummer-Eins-Hit in vielen Ländern. Als Interpret galt lange der Belgier Roger Jouret unter seinem Künstlernamen Plastic Bertrand. Allerdings stellten Experten aufgrund eines Gerichtsprozesses fest, dass der echte Sänger der Aufnahme Lou Deprijck gewesen sein muss. Dieser hatte den Song produziert.

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