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Zweibrücker spielt unter Simon Rattle
Denkwürdiger Auftritt für Rimbrecht

Walter Rimbrecht mit seiner Trompete, die in Berlin erklingen wird.
Walter Rimbrecht mit seiner Trompete, die in Berlin erklingen wird. FOTO: privat
Zweibrücken. Der Zweibrücker Hobby-Trompeter Walter Rimbrecht spielt in Berlin – ab heute probt er dort für seinen großen Auftritt.

Manche Träume werden eben doch wahr. Man muss nur fest daran glauben und hart dafür arbeiten. Nun, so recht daran glauben wollte Walter Rimbrecht eigentlich nicht und davon geträumt hat er wohl auch nur still und heimlich. Aber gearbeitet hat er fleißig.

Rimbrecht ist Hobby-Musiker aus Leidenschaft, die Trompete ist das Instrument seiner Wahl. Dass er als Laie einmal unter einem der wichtigsten Dirigenten der Welt spielen darf, hätte er nicht für möglich gehalten.

„Nie hätte ich geträumt, einmal an einem Konzert mitzuwirken, das dieser großartige Dirigent leitet“, schwärmt der Zweibrücker. Bei dem Genannten handelt es sich um Simon Rattle, den Chef-Dirigenten der Berliner Philharmoniker. Pardon, eigentlich muss es heißen: Sir Simon Rattle. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Queen geht, die Rattle zum „Ritter“ geschlagen hat.



Es ist ein denkwürdiges Gastspiel – Rimbrecht wurde es ermöglicht, weil er sein Herz in die Hand nahm und sich für einen Auftritt im „Be Phil Orchestra“ bewarb (wir berichteten am Dienstag) – ein Projekt der Berliner Philharmoniker. Das „Be Phil Orchestra“ soll es engagierten Laienmusikern ermöglichen, einmal einen ganz großen Tag zu erleben. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür an Pfingstmontag, an dem sich die Philharmoniker den Besuchern vorstellen, gibt es um 15.30 Uhr ein Konzert unter der Leitung von Simon Rattle, in dem die Laienmusiker zeigen, was sie können. 2000 Musikbegeisterte aus aller Welt haben sich dafür beworben, einen der 92 Plätze im „Be Phil Orchestra“ besetzen zu dürfen.

„In dem Ensemble waren zwei Stellen als Trompeter zu besetzen.“ Rimbrecht wollte unbedingt einer dieser beiden sein. Also spielte er in der Heilig-Kreuz-Kirche Trompetenkonzerte von Haydn und Hummel, ließ sich dabei filmen und schickte das Video an die Berliner Philharmoniker. Und tatsächlich: Er bekam die Zusage. „Ich bin schon ein wenig Stolz darauf“, bekennt Rimbrecht. Schließlich hätten sich auch studierte Musiker und Musiklehrer, also versierte Spieler, beworben. Es sei kaum zu fassen, dass er diese ausgestochen habe.

Rimbrecht muss jetzt nur noch vier Mal wach werden, dann wird sein Traum wahr, dann ist Pfingstmontag. „Wir spielen im großen Saal der Philharmonie“, freut sich der 66-Jährige. Dem Laienensemble werde also das wichtigste Podium zur Verfügung gestellt. Aufgeführt wird die Erste Symphonie von Haydn.

Ist Rimbrecht aufgeregt? „Nein“, erklärt er selbstbewusst. „Aufgeregt bin ich nicht, aber voller Vorfreude.“ Gestern reiste er mit seiner Frau und einigen guten Bekannten nach Berlin. Von der Stadt werde er wohl nicht allzu viel sehen. „Die Tage bis zum Auftritt sind mit Proben ausgefüllt.“ Dass Rimbrecht fleißig proben kann, hat er bereits bewiesen. Ohne diesen Fleiß wäre er nicht da, wo er heute ist. Am Pfingstmontag will er alles geben.

Das Programm zu dem Konzert und dem Tag der offenen Tür der Berliner Philharmoniker steht im Internet unter www.berliner-philharmoniker.de.