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Polenkönig
Den europäischen Gedanken pflegen

Werner Euskirchen, „Kurier des Polenkönigs Stanislaus“.
Werner Euskirchen, „Kurier des Polenkönigs Stanislaus“. FOTO: Manfred Voltmer
Zweibrücken. In Gedenken an den Polenkönig soll eine „Stanislaus-Route“ von Luneville über Zweibrücken bis nach Kiew in der Ukraine proklamiert werden, erklärt Werner Euskirchen, rheinland-pfälzischer Vorsitzender der Paneuropa-Union. Von Norbert Rech

Nach 300 Jahren hält am 21. Februar Polenkönig Stanislaus Leszczynski noch einmal Hof in seiner Zweibrücker Sommer-Residenz Tschifflick. Das verkündet Werner Euskirchen, rheinland-pfälzischer Vorsitzender der Paneuropa-Union, der als „Kurier des Königs“ im Gespräch mit dem Merkur näheres zu dem Programm verrät. Es handele sich dabei um eine Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft „Polenkönig Stanislaus im Herzogtum Zweibrücken“, während der nicht nur an den König erinnert werde, der damals hier eine Zuflucht gefunden hatte.

In Gedenken an Stanislaus, der selbstverständlich längst tot ist, stehe vor allem der europäische Gedanke im Vordergrund. Unter anderem soll eine Route proklamiert werden, die von Lunéville über den Bliesgau nach Zweibrücken und dann weiter nach Wissembourg, hin zum polnischen Leszno, nach Schweden und dem ukrainischen Kiew führt. Die Straße soll den Namen des Königs tragen.

Euskirchen, der auch Vorsitzender der Gesellschaft ist, betont, dass sich zu der Veranstaltung mehrere Vertreter der Städte Lunéville und Wissembourg angekündigt haben. Erste Station sei um zehn Uhr das saarländische Gräfinthal, wo die Delegation im Beisein des Mandelbachtaler Bürgermeisters Gerd Tussing das Grab von Stanislaus’ Tochter Anna Leszczynska besucht, deren Schwester Maria Königin in Frankreich war. Die Ruhestätte wurde erst vor zwölf Jahren wieder entdeckt. Um 13.30 Uhr trifft dann die Gruppe in Zweibrücken vor dem Schloss ein, von dem aus sie über das Landgestüt hin zur Fasanerie fährt.



Dort geht es neben kulturellen und touristischen Themen auch um wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte. Speziell das Problem der Altenpflege durch osteuropäische Pflegekräfte soll dabei beleuchtet werden, da sich darin das deutsch-polnische Verhältnis gerade oft im eigenen Heim auf Bürgerebene und europäisch manifestiere. „Es wird aber oft durch betrügerische Machenschaften schwer geschädigt“, erklärt Euskirchen. Fachleute aus dem Altenpflegebereich und er selbst als früherer Betreuungsrichter würden dazu Stellung nehmen. Inzwischen interessiere sich auch das französische Fernsehen für die Pflegesituation in Deutschland. So sei kürzlich der Sender France 3 für Aufnahmen in Zweibrücken gewesen.

Der Name Stanislaus der in seinem Leben in vielen Teilen Europas unterwegs war, biete die Chance, die Freundschaft unter den Völkern noch einmal zu vertiefen. Im Bereich des Tourismus könne es einen weiteren Schub für die Südwestpfalz, die Saarpfalz und Lothringen geben. „Schon damals waren wir doch hier eine Region“, erinnert Euskirchen, der sich hier eine intensive Zusammenarbeit der Biosphären Bliesgau, Nordvogesen und Pfälzerwald unter Einbeziehung Zweibrückens vorstellen kann. Ein Baustein könne hier die von dem kürzlich verstorbenen Kommunalpolitiker Fritz Stauch ausgearbeitete Königsroute nach Rodalben, Dahn und Bad Bergzabern sein.