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Landgestüt Zweibrücken
Den Blick für Reitfehler schärfen

Im Schatten der Allee verfolgten Trainer Mario Schreiber und die Trainer-C-Aspiranten bei brütender Hitze den Sprung von Clara Guckel.
Im Schatten der Allee verfolgten Trainer Mario Schreiber und die Trainer-C-Aspiranten bei brütender Hitze den Sprung von Clara Guckel. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. 16 Reiter nahmen an der Ausbildung zum Trainer C teil, die bis Anfang August im Landgestüt Zweibrücken lief. Drei Wochen lernten sie beim Landestrainer der Ponyreiter, Mario Schreiber. Von Cordula von Waldow

„Wenn man etwas falsch gelernt hat, ist es schwer, das zu korrigieren“, findet Michaela May. Das weiß die 25-jährige Reiterin vom RV Schweich aus Erfahrung. Sie weiß: „Das schadet nicht nur dem Reiter, sondern vor allem auch der Gesundheit der Pferde.“ Deshalb nimmt sie an der Ausbildung zum Trainer C teil, die bis Anfang August im Landgestüt Zweibrücken lief. Die insgesamt 16 Teilnehmer kommen zum Teil vom RFV Zweibrücken und der Region als auch von weither angereist.

Drei Wochen lernten sie beim Landestrainer der Ponyreiter, Mario Schreiber, noch besser reiten und vor allem die Didaktik im Reitunterricht. Sie schärfen ihren Blick für Reiterfehler und üben, selbst komplexe Zusammenhänge leicht verständlich zu vermitteln. Wie baue ich eine Unterrichtsstunde auf, damit der Reiter und sein Pferd optimal davon profitieren?

13 Teilnehmer legen ihren Schwerpunkt dabei auf den Leistungssport, drei wollen vor allem Reiteinsteigern und Breitensportlern das kleine Einmal-Eins im Sattel beibringen. „Woran erkenne ich die Ursache, wenn eine Lektion im Unterricht nicht klappt und wie helfe ich dem Reiter, sie zu verbessern?“, ist eine der zentralen Fragen. „Da fehlt mir noch oft die Idee“, bekennt Michelle Guth. Die 17-jährige Wörschweilerin, die auf Turnieren bis Klasse L in Dressur und Springen für den RFV Zweibrücken startet und in Einöd reitet, wurde schon oft gefragt, ob sie auch Unterricht erteilt. „Das kann kommen“, sagt sie und nutzt die Zeit vor ihrem Abitur, um sich kompetent darauf vorzubereiten.



Ähnliches gilt für ihre Vereinskameradinnen Johanna Rubly, Anke Schmitt und Hanna Spangenberger. Die drei jungen Amazonen wissen: „Man kommt schnell einmal in die Situation, jemanden auf dem Pferd zu korrigieren oder Unterricht zu geben.“ Dann wollen sie es auch gut und richtig machen. „Außerdem profitiere ich von jeder Unterrichtseinheit für mich selbst und mein Reiten, ganz gleich, ob Mario mich korrigiert oder die Gruppe“, freut sich die 17-jährige Bundenbacherin Johanna Rubly über diese umfangreiche Möglichkeit zur Weiterbildung vor der Haustür. Besonders interessant fand sie den Vortrag von der Zweibrücker Gastdozentin Birgit Hohlweg über die Pädagogik, etwa den Umgang mit ängstlichen Reitern.

Sowohl im Springen als auch in der Dressur unterrichten und korrigieren sich die Teilnehmer unter Anleitung von Mario Schreiber gegenseitig. „Bleib stehen, am besten auf Höhe von E“, empfiehlt Mario Schreiber. Von dort aus habe der Reitlehrer seinen Schüler gut im Blick, ohne ihn in einer Hufschlagfigur zu stören. Laute, verständliche Stimme, einen klaren Überblick über jede Situation und ein Konzept für die Unterrichtsstunde, das bei Bedarf flexibel angepasst werden kann – der erfahrene Dressur- und Springausbilder gibt wertvolle Tipps.

„Als Reitlehrer brauche ich eine gewisse Präsenz und muss dem Reitschüler Sicherheit vermitteln“, weiß Silke Feld aus Bruchsal aus Erfahrung. Die Lehrerin nimmt an dem Lehrgang teil, um sich ihre langjährige Unterrichtstätigkeit offiziell von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN zertifizieren zu lassen. Rund doppelt so alt, wie die mit 17 Jahren jüngste Teilnehmerin Julia Selua Kramer aus Darmstadt, lässt sie ihre jungen Mitschüler gerne an ihrer praktischen Erfahrung teilhaben.

Sie alle loben, ebenso wie Mario Schreiber, die perfekten Bedingungen im Landgestüt. Für das vielseitige Training der künftigen Reitlehrer nutzen sie zudem die festen Geländehindernisse auf der Rennwiese.

www.landgestuet-zweibruecken.de