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Wattweiler Kerwe
Dem Regen die kalte Schulter gezeigt

 Schlechtes Wetter? Das ist für die Straußmädelsund Straußjungs von Wattweiler am Wochenende kein Thema gewesen.
Schlechtes Wetter? Das ist für die Straußmädelsund Straußjungs von Wattweiler am Wochenende kein Thema gewesen. FOTO: Norbert Schwarz
Wattweiler. (cos) Gegen die Kerwefeiernden von Wattweiler ist kein Kraut gewachsen, die elf Straußmädels und Straußbuben machten es am Sonntag beispielgebend vor. Ausstaffiert mit Regenschirmen, Regenjacken, Ostfriesennerzen in blau und gelb, Stiefeln statt Schuhen wurde Petrus getrotzt, mit dem bunten Kerwestrauß trotz heftigster Regenschauer durch die Dorfstraßen gezogen und vor der eigentlichen Kerwerede nochmals in eigener Sache kräftig geworben. Von Norbert Schwarz

Ja, das mit dem Kerwebrauch ist in der Vorortgemeinde wieder fester Bestandteil des dörflichen Lebens und einer, der sich wie viele andere Bürger mächtig darüber freut, ist Ortsvorsteher Thomas Körner: „Den engagierten jungen Frauen und Männern muss man höchstes Lob zollen. Toll, wie sie das alles aufziehen, organisieren und damit das Dorfleben bereichern.“

Ein zweckentfremdetes Jägerhochsitz diente später Lena Heilmann und Isabelle Hnida als Rednerstelle, die vielen Zuhörer konnten sich köstlich amüsieren und hatten an allen Redebeiträgen allergrößten Gefallen. Diese Geschichten reichten vom Ausländerzuwachs „Peppone“ über die Frauenquote oder Männermangel, den TuS, und ein Badeverbot auf Lebzeiten bis hin zum Wattweiler Vereinsleben und als Höhepunkt vor dem eigentlichen Schluss der Ortsvorsteherwahl. Gereimt und gedichtet wurde das alles von der Wattweiler Straußgenossenschaft in Persona von Corinna Wittenmayer, Isabelle gennant „Issi“ Hnida, Lena Heilmann, Laura Bartone und Kira Hnida.

Für einen fetzigen, überaus pointierten Vortrag sorgten wie erwähnt Isabelle „Issi“ Hnida und Laura Heilmann. Seit fünf Jahren beleben sie das Kerwegeschehen in der Vorortgemeinde und wie zu hören gewesen ist, bedauern sie sehr, dass männliche Mitmacher dabei in der Unterzahl sind: „Es werd immer wiedder enni Frage gestellt: „Wie stehts dann um eier Männerwelt?“ Sinn dann bei eich nur Straußmeede am Start? Unn hann ihr gar net so viel Straußbube parat? Mir Straußgenossenschaft hann erfüllt die Quote der Frauen, jetzt misse mir uff die Männer baue. Sunschd heests irgendwann im große und ganzem Jetzt komme se, die Wattwiller Kerbe-Emanze. So isses eigentlich Jahr ein, Jahr aus, dass die Männer tran de Kerbestrauß. Un wenns metm Männermangel so weitergeht, werrd der halt ah noch in Straußmeeds starker Hand geleet.“ Und für den Kerwestrauß haben alle von der Wattweiler Straußgenossenschaft auch schon einen neuen Platz ausfindig gemacht. Die Kirchturmuhr sei eh schon lange fort, nur noch drei schwarze Löcher befänden sich dort.