| 00:15 Uhr

Kampf gegen unnützen Müll
„Das ist schon Wahnsinn!“

Dass die Grünen für ihre Aktion einen Rewe-Markt aussuchten, war eher zufällig: Auch andere Supermärkte hätten zu viele unnütze Verpackungen.
Dass die Grünen für ihre Aktion einen Rewe-Markt aussuchten, war eher zufällig: Auch andere Supermärkte hätten zu viele unnütze Verpackungen. FOTO: Nadine Lang
Ixheim. Zweibrücker Grüne füllen bei Aktion in Supermarkt einen ganzen Einkaufswagen mit Verpackungen. Von Nadine Bröcker

In keinem europäischen Land wird so viel Verpackungsmüll produziert wie in Deutschland: im Jahr 2016 fielen laut dem Umweltbundesamt 18,16 Millionen Tonnen an. Das waren 220,50 Kilogramm pro Kopf und somit noch (etwas) mehr als im Vorjahr, wie die Zweibrücker Grünen zu ihrer Aktion mitteilten, die sie gestern Abend am Rewe-Supermarkt in Ixheim durchgeführt haben. Während eines halbstündigen Einkaufs haben Grünen-Mitglieder und -Unterstützer all das eingekauft, was sie sowieso brauchen und zudem unnötigerweise in Folien verpackt war. Da landete allerhand im Einkaufswagen. Eine verpackte Aubergine etwa, oder einzeln eingeschweißte Kekse. Nach dem Einkauf wurde zusammengetragen und Produkt von Verpackung getrennt.

Heraus kam das, was Dagmar Pohlmann, Schatzmeisterin des Grünen-Kreisverbandes Zweibrücken, schon vorher geschätzt hatte: „Wir gehen davon aus, dass wir ohne Mühe einen ganzen Einkaufswagen mit Folien, Trays und Banderolen füllen können.“ Damit sollte sie Recht behalten. Während die entpackten Produkte optisch immer weniger wurden, wuchs der Berg an Folienverpackung im Einkaufswagen. „Es geht uns insbesondere um unnütze Verpackung“, erklärte Norbert Pohlmann. Und nicht etwa darum, Verpackung grundsätzlich zu verurteilen.

Auch Stefan und Marlis Sachtleben haben ihren Einkauf getätigt und betrachten kopfschüttelnd ihren Einkaufswagen. „Das ist schon Wahnsinn! Kein Mensch fragt eigentlich mehr, was mit all der Verpackung geschieht“, findet Stefan Sachtleben. Er sieht im Grünen Punkt auch einen Grund, weshalb viele nicht darüber nachdenken, sondern sich vom Eindruck täuschen lassen, dass das Verpackungsproblem gelöst sei.



„Wir wollen auch zeigen, wie wenig man eigentlich gekauft hat, in Relation zum Verpackungsmüll“, erklärt Norbert Pohlmann weiter. Und natürlich Alternativen aufzeigen, wie die Lösung eines Büsumer Edeka, in dem man man nun wiederverwendbare Plastikdosen anstelle von Einwegtüten teste.