| 21:40 Uhr

Unsere Woche
Das falsche Signal

Ja, man hätte sich schon beim Bau des „Haus Birke“ überlegen können, ob man sich mit dem Standort an der viel befahrenen Steinhauser Straße nicht geografisch zu weit vom Schuss niederlässt. Dann hätte man sich die Diskussion um den Fußweg ins Neubaugebiet am Himmelsberg sparen können. Von Jan Althoff

Damals hatte man aber offenbar andere Prioritäten – und die äußeren Umstände waren ein wenig anders: Damals gab es das Evangelische Krankenhaus noch und auf der jetzigen Brache sollte zwischenzeitlich ein Seniorenzentrum entstehen. Das hätte allerdings das Problem der fußläufigen Anbindung nur vielleicht beeinflusst. Hätte deshalb die Lebenshilfe jetzt verlangt, die Allgemeinheit solle den neuen Weg finanzieren, hätte ich mit der Ratsmehrheit dagegen gestimmt.

Hat sie aber nicht. Sie wollte mit ihrem eigenen Geld die Stadtanbindung im Sinne der Bewohner verbessern. Dafür wollte sie von der Stadt nur baurechtliche Schützenhilfe und ein wenig Solidarität gegenüber dem Investor. Hat sie nicht bekommen. Mit Hinweis auf Einschränkungen bei zwei Grundstücken und fehlendem Nutzen für die Allgemeinheit. Nun sind in Zweibrücken innerstädtische Baugrundstücke nicht gerade reichlich vorhanden. Aber so nötig haben wir die paar Häuser am Himmelsberg nicht, als dass wir einen Investor nicht von Anfang an mit der Maßgabe konfrontieren könnten, einen Zugang von der Lebenshilfe zur Erschließungsstraße einzuplanen. Wenn er sich darauf nicht einlassen will: Eine Brache mehr oder weniger ist kein Weltuntergang. Dass ein paar Bauplätze wichtiger sind als der nachvollziehbare, selbst finanzierte Wunsch eines Altanliegers ist hingegen meiner Meinung nach ein klar falsches Signal. Da braucht man die Inklusion noch nicht einmal bemühen.  ⇥JAN ALTHOFF