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Ich lebe gerne in Mittelbach-Hengstbach
Das etwas andere Jugendzentrum

 Gabriele und Herbert Beckmann mit Straußjugend aus Hengstbach (v. l. Selina Wolf, Nadja Vonknechten, Kevin Conrad) aussichtsreich vor dem Jugendzentrum.
Gabriele und Herbert Beckmann mit Straußjugend aus Hengstbach (v. l. Selina Wolf, Nadja Vonknechten, Kevin Conrad) aussichtsreich vor dem Jugendzentrum. FOTO: Volker Baumann
Wie Container zur Stätte der Begegnung für junge Mittelbach-Hengstbacher werden. Von Volker Baumann

Gabriele und Herbert Beckmann aus Mittelbach, übrigens auch Eltern von Rosenkönigin Dina Beckmann, die ihr Zepter in diesem Jahr an Nachfolgerin Annika Allgeier übergeben hat, kümmern sich im Zweibrücker Stadtteil schon lange um die Belange der Jugendlichen.

Als Gründerin des „Förderverein Jugendlicher Mittelbach-Hengstbach“ ist Gabriele Beckmann darauf bedacht – und darauf ist auch Ortsvorsteher Kurt Dettweiler stolz – ein Angebot zum Treffen von Jugendlichen, zum gegenseitigen Austausch, aber auch zum Feiern, Spielen oder einfach nur Entspannen und Musik hören, bieten zu können. Zur Finanzierung kämen dabei insbesondere Einnahmen beim Dorffest zugute.

Das nicht alltägliche „Container-Zentrum“ für Jugendliche an der Breitensteinstraße, unterhalb von Schule, Kindergarten und Sportplatz, ist bereits vor vierzehn Jahren mehr oder minder aus einer Verlegenheit heraus entstanden. Wohin mit Containern, die damals beim Umbau des UBZ am Hauptfriedhof genutzt wurden und dann „eine neue Bleibe suchten“.



Die Idee, daraus an der Mittelbacher Höhe ein Jugendzentrum werden zu lassen, war so wenig alltäglich, wie die spätere Verwirklichung. Kurt Dettweiler freut sich heute noch über die damalige Zusammenarbeit von Verwaltung und Ausführenden, die so positiv verlief, dass, wie er sagt, ein „großartiges und fast einzigartiges“ Projekt daraus wurde.

Viele hätten ihren Teil dazu beigetragen, aus den Baucontainern ein wohnliches Ambiente mit Küche, möbliertem Aufenthaltsraum, Spielraum, einschließlich Toilettenanlage, werden zu lassen. Nicht zuletzt die Stadt Zweibrücken, deren Jugendamt sozusagen diese außergewöhnliche „Außenstelle“ untersteht.

Von Anfang an allerdings hätten sich in ehrenamtlicher Tätigkeit Gabriele und Herbert Beckmann um die Jugendräume gekümmert und in Schuss gehalten.

Im Außenbereich, mit schöner Aussicht in Richtung Birkhausen, hat Herbert Beckmann mit den Jugendlichen einen Grillplatz mit Tischen und Bänken gebaut und so ein paar weiteren Jugendträumen zur Verwirklichung verholfen. Abends zusammensitzen, erzählen und sich Würste und Steaks schmecken lassen – es muss nicht immer der Computer sein. Die Räumlichkeiten können von Jugendlichen, so Gabriele Beckmann, jederzeit gemietet werden, beispielsweise für Geburtstagsfeiern. Für Einheimische sei dabei nur eine Kaution erforderlich. Viele seien überrascht und zum Teil scheinbar noch gar nicht informiert, dass dieses Angebot für Mittelbacher und Hengstbacher bestehe. Auch die Hengstbacher Straußbuwe und -mäde, die am ersten Wochenende im September wieder ihre Kerwe feiern, sind gern gesehene Gäste im Jugendzentrum und fühlen sich dort auch „pudelwohl“, wie sie sagen.⇥bav

 Im Spielraum des Jugendzentrums im Container werden oft Tischfußball-Turniere ausgetragen.
Im Spielraum des Jugendzentrums im Container werden oft Tischfußball-Turniere ausgetragen. FOTO: Volker Baumann