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Zweibrücken
Das echte Leben in lustig

DieDo begeisterten in der ausverkauften Festhalle mit ihrer Hymne an „US-Präsident Mr. Trumpel“.
DieDo begeisterten in der ausverkauften Festhalle mit ihrer Hymne an „US-Präsident Mr. Trumpel“. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Fans und Neulinge feierten die Premiere des neuen Programmes „Voll im Trend“ der Comedy-Truppe Diedo in der Zweibrücker Festhalle. Von Cordula von Waldow

„Es war ganz toll!“, war im Anschluss an die Diedo-Show überall im Foyer der Festhalle bei der gut besuchten After-Show-Party zu hören. Mehr als zwei Stunden lang brachte das musikalische Zweibrücker Frauenkabarett sein Publikum in der ausgebuchten Festhalle zum Lachen, Mitsingen und Applaudieren. „Voll im Trend“ widmeten sich die Zweibrückerinnen Doris Köppner, und Sonja Hahn, die schwäbische Wahlpirmasenserin Annette Könnel, sowie die beiden Saarländerinnen Linda Panter und Silke Freudenberg im sechsten Diedo-Jahr den Themen Schönheitswahn und moderne Technik.

Mit einem sicheren Gespür spiegelte das talentierte Quintett die Themen des Alltags, bei denen sich jede und jeder der knapp 600 Besucher wiederfand, abwechslungsreich, pfiffig und komisch, dabei mit Lokalcolorit und
ernstem Hintergrund, in selbst geschriebenen Sketchen und Songs.

Im ersten Teil ging es um Beauty-Tipps und deren Anwendung. „Vogelkot und Bienenstich, das sind wahre Schönheitswunder“, sang das begeisterte Publikum die Schönheitstipps der Hollywoodstars von Barbara Backstage alias Annette Könnel nach. Da der Volkshochschul-geprüfte Schönheitsberater Dr. Mangel vom Bostalsee (Doris Köppner), Inge Trumpel (Sonja Hahn) weder am Busen noch am Gesäß operieren will, fährt sie mit ihrem Ehemann und anderen Schönheits-Süchtigen nach Polen, weil dort alles billiger ist. Von der Brust-OP über die Zahnkorrektur bis zum Haarschnitt kommen dort sämtliche Korrekturen aus einer Hand, bei „Schönheit und mehr“. Die folgende „New American DieDo-Hymne“ offenbarte den Zusammenhang zwischen dem US-Präsidenten und der Schönheit. Nach der Pause ging es um den digitalen Fortschritt mit Handy, Tablet, W-Lan und Facebook. Als Roboter in Silberanzügen verkörperte das Quintett mit gekonnt eckigen Bewegungen das neue Zeitalter. Welch eine Kathastrophe, wenn „nichts mehr geht“, besangen Doris und Sonja in „Ohne Netz“. Die ersten Zugabe-Forderungen ertönten, nachdem die beiden alten Schabracken, Sonja Hahn und Annette Könnel, im topmodernen Roboter-Restaurant 4.0 nach den Höhepunkten der technischen Errungenschaft bedient wurden: „Speisen 1, Getränke 2 – bitte, aktivieren Sie das Hauptmenü“. Sichtlich viel Spaß an ihrer Roboter-Rolle hatte nicht nur Silke Freudenberg, sondern auch das Publikum. Begeisterungspfiffe quittierten die intelligent-witzigen Dialoge.



Nächster Höhepunkt war die Babbel-Watch-Challenge, bei der neben Worten auch Punkte für Deutsch, Ausländisch oder gar zehn Punkte für Latein vergeben wurden, anstatt Schritte zu zählen. „Die ist nur für Frauen“, erklärte Siegerin Linda Panther unter Gelächter der Zuschauer. Um noch besser zu punkten, belegte Doris Köppner einen Kurs bei der VHS in Spanisch. Das anschließende spanische Lied sangen die Zuschauer mit. Trockenschwimmen übten zwei Hausfrauen, die sich mit virtuellen Brillen auf Hawaii wähnten. Mit der Titelmelodie von „Raumpatrouille Orion“, dem Science-Fiction-Film der 1966er-Jahre, erinnerte Doris Köppner an einen technischen Fortschritt, der damals eher lustig wirkte: „Damals wurde ein Essen ganz schnell in einem Gerät erhitzt. Heute steht die Mikrowelle in jedem Haushalt.“ „Das stimmt“, erkannte Brigitte Reisner aus Großsteinhausen in dem vielfältigen Programm „realistische Themen aus dem Leben“. Sie erlebte DieDo zum ersten Mal und fand sie „so richtig fesch“, so dass sie ihren Mann zum nächsten Auftritt in Waldfischbach-Burgalben mitnehmen will. Bei Elke Rasmus, ebenfalls neu in der DieDo-Welt, kamen die Sketche rund um den Schönheitswahn besonders gut an. Die Zweibrückerin Roswitha Betz ist ein begeisterter DieDo-Fan und „von Anfang an dabei“. „Die werden immer besser“ lobt auch ihre Schwester Gabi. Mit stehenden Ovationen und Begeisterungspfiffen erklatschte sich das Publikum das Jodel-Lied von 2017 als Zugabe.