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Kultur in der Himmelsbergkapelle
„Da ist jedes Lied ein Unikat“

Herbert Göttel spielt mit seiner Drehorgel stets für einen guten Zweck – diesmal für den Erhalt der Himmelsbergkapelle.
Herbert Göttel spielt mit seiner Drehorgel stets für einen guten Zweck – diesmal für den Erhalt der Himmelsbergkapelle. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Die Sickinger Drehorgel-Musikanten unterstützen mit ihrem Auftritt die „Kultur in der Himmelsbergkapelle“. Von Cordula von Waldow

Zu einem außergewöhnlichen Erlebnis lädt der Förderverein „Kultur in der Himmelsbergkapelle“ für Freitag, 13. April um 19 Uhr ein: Die Sickinger Drehorgel Musikanten geben ein Drehorgel-Konzert. Vier verschiedene Drehorgeln musizieren dabei zusammen. Dabei werden verschiedene Stücke nicht nur einstimmig in unterschiedlichen Klangfarben, sondern sogar mehrstimmig gespielt. Herbert Göttel aus Landstuhl hat große Freude daran, seine Lieder und Stücke selbst zu arrangieren.

Ein Höhepunkt sind Konzertstücke mit Echo-Wirkung quer durch die Orgeln. „Früher gab es lediglich Lochbänder, durch die der Ton entstand. Heute lässt sich der Klang durch elektronische Impulse zur Luft aus dem Blasebalg erzeugen“, erklärt der 75-jährige Drehorgel-Spieler. Nach wie vor jedoch bestimmt der Instrumentalist das Tempo, indem er an seiner Kurbel dreht.

Der Musiker verspricht sowohl ein akustisches als auch ein optisches Erlebnis in der einzigartigen Atmosphäre der ehemaligen Evangelisches-Krankenhaus-Kapelle. Er weiß: „Die Drehorgeln sehen alle unterschiedlich aus und besitzen jede ihren ganz eigenen Klang.“ Sein Instrument hat 78 Pfeifen, die 20 Töne über zweieinhalb Oktaven in sechs unterschiedlichen Registern erzeugen. „Das ist ähnlich, wie bei der Kirchenorgel in Miniatur“, beschreibt der begeisterte Musiker. Das Quartett wird sein Publikum mit einem vielfältigen Repertoire unterhalten. Dabei werden nicht nur nostalgische Erwartungen erfüllt.



Herbert Göttel hat vorwiegend weltliche Musik, sowohl klassische Werke wie etwa Mozarts Kleine Nachtmusik, als auch Spirituals oder Volkslieder zum Mitsingen vorgesehen. Er selbst hat allein 150 Werke auf seinen 50 Lochscheiben und digitalisiert noch einmal rund 2500 Stücke im Repertoire. Manche Lieder müssen auf den Tonumfang der Drehorgel angepasst werden und erklingen daher in leichten Variationen. „Da ist jedes Lied ein Unikat!“, verspricht er einzigartige Klangerlebnisse.

Wer sich auch für die Technik der Drehorgeln interessiert, ist gerne eingeladen, schon vor Konzertbeginn erste Bekanntschaft mit den Instrumenten und ihren Spielern zu machen. Das Konzert wird moderiert, sodass sich auch währenddessen Spannendes und Interessantes über die außergewöhnlichen Instrumente erfahren lässt. Die Sickinger Drehorgel Musikanten treten einzeln oder in Gemeinschaft bei Festen, auf der Straße oder auch in Kirchen auf. „Alle ehrenamtlich“, betont Herbert Göttel. Er hat im Laufe seiner nahezu 20 Jahre als Drehorgel-Musikant bereits mehr als 35 000 Euro zu Gunsten der Elterninitiative Krebskranker Kinder Saar-Pfalz an der Homburger Uniklinik eingespielt.

An diesem Abend kommt der Erlös dem Verein „Kultur in der Himmelsbergkapelle“ und damit deren Erhalt als öffentlich zugänglichem Raum zu Gute. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Um Spenden wird gebeten.