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Größter Arbeitgeber in Zweibrücken
Wegen Corona: Tadano stoppt Produktion, Kurzarbeit ab 1. April

 Jetzt steht der Kurzarbeits-Beginn in den Tadano-Demag-Werken in Zweibrücken (Bild: Wallerscheid) fest.
Jetzt steht der Kurzarbeits-Beginn in den Tadano-Demag-Werken in Zweibrücken (Bild: Wallerscheid) fest. FOTO: Tadano Demag GmbH / Tadano Demag
Zweibrücken. Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden gehe vor. Der Kranbauer will aber Service und Ersatzteilversorgung so weit wie möglich aufrechterhalten.

Die Tadano-Gruppe wird ihre Produktion an den Standorten Lauf und Zweibrücken vorläufig unterbrechen und Kurzarbeit beantragen. Was sich vergangene Woche bereits stark abgezeichnet hatte (wir berichteten ausführlich), hat das Unternehmen am Mittwoch in einer Pressemitteilung offiziell gemacht und näher erläutert.

Tadano wolle vor allem seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden: „Die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unserer Kunden und unserer Geschäftspartner genießt höchste Priorität in der Tadano Firmen-Philosophie. Die aktuelle Lage mit der nicht kontrollierbaren Covid-19-Situation zwingt uns, die Gesundheit der Menschen und damit der Gesellschaft im Ganzen zu schützen und vor alles andere zu stellen“, erklärt Jens Ennen, CEO der Tadano Demag GmbH (Zweibrücken) und der Tadano Faun GmbH (Lauf).

Ennen bedankt sich bei allen Tadano-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern die der „freiwilligen Vereinbarung zu einem allgemeinen Betriebsurlaub“ in der letzten März-Woche zugestimmt hätten. Ennen: „Das hilft uns, nach der Krise die Produktion und den Support mit vollem Personaleinsatz schnell wieder hochzufahren und Rückstände rasch aufzuholen. Dieses großartige Engagement unserer Belegschaft wissen wir sehr zu schätzen.“



Ab dem 1. April 2020 werde Tadano dann in weiten Teilen der Werke Lauf und Zweibrücken Kurzarbeit einführen. Die Pressemitteilung erläutert: „Die Unterbrechung der Produktion wird unumgänglich, da aufgrund der internationalen Lage benötigte Anlieferungen zunehmend ausbleiben und die Auslieferung von Kranen erheblich erschwert wird. Mit zurzeit noch nicht kalkulierbaren Lieferverzögerungen ist daher zu rechnen.“

Zur Aufrechterhaltung des notwendigen Geschäftsbetriebs habe das Unternehmen jedoch in vielen Bereichen Home-Office-Aktivitäten eingeführt. Dienstreisen, Schulungen sowie persönliche Zusammenkünfte aller Art allerdings seien bis auf weiteres ausgesetzt, um die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden zu schützen. Den Service und die Ersatzteilversorgung will Tadano „so weit wie möglich aufrechterhalten. Die meisten der bekannten Ansprechpartner werden den Kunden daher weiterhin telefonisch und per E-Mail zur Verfügung stehen.“ Bei grenzüberschreitenden Lieferungen und Serviceeinsätzen werde es allerdings unvermeidbare Einschränkungen geben. Das Unternehmen sei jedoch bemüht, diese so gering wie möglich zu halten. „Wir werden die Situation fortlaufend beobachten und die Verfahrensweise und die geschäftlichen Aktivitäten an die Entwicklungen anpassen“, erläutert Jens Ennen.

Er betont außerdem, dass man die Integration von Demag (nach dem Verkauf durch Terex) in die Tadano-Gruppe auch in dieser schwierigen Zeit weiter vorantreiben werde. Dies sei ein außerordentlich wichtiger strategischer Schritt für Tadano, die Integrations-Teams konzentrieren sich weiterhin auf ihre Aufgaben, um zum Nutzen der Kunden gestärkt aus der Krise hervorzugehen: „Noch kann niemand absehen, wie sich die Lage weiterentwickelt und wann wir wieder zum Normalbetrieb zurückkehren können. Wir bereiten uns jedoch darauf vor, nach der Krise schnellstmöglich wieder in vollem Umfang für unsere Kunden da zu sein und die Produktion rasch wieder hochzufahren, sobald die Situation sich verändert.“