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Urlaub bis Ende März, danach wohl Kurzarbeit
Tadano Demag stoppt die Produktion

 Das Werk von Tadano-Demag in der Dinglerstraße.
Das Werk von Tadano-Demag in der Dinglerstraße. FOTO: Tadano Demag GmbH / Tadano Demag
Zweibrücken. Große Probleme mit Lieferketten. Die Mitarbeiter nehmen vom 23. bis 31. März Urlaub. Danach folgt wohl Kurzarbeit. Von Mathias Schneck

Jetzt wird es auch bei dem größten Arbeitgeber in Zweibrücken ernst. Tadano Demag stoppt wegen massiver Probleme in der Corona-Krise die Produktion.

Zwei Schritte sollen eingeleitet werden, erklärte Personal-Manager Frank Schättle am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Zuerst gehen die Mitarbeiter von Montag, 23. März bis einschließlich Dienstag, 31. März in Urlaub, nehmen für diesen Zeitraum sieben Tage Urlaub. Ab 1. April soll dann komplette Kurzarbeit eingeführt werden.

Schättle sagte, die Belegschaft sei – in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat – darum gebeten worden, sich für die Zeit von 23. bis 31. März Urlaub zu nehmen, Voraussetzung sei gewesen, dass mindestens 85 Prozent mitmachen. Diese 85 Prozent seien mittlerweile erreicht worden. Die anderen rund 15 Prozent, die noch nicht zugesagt hätten, würden aber auch von Tadano gebeten, „im Sinne der Solidarität“ mitzumachen. Man müsse schließlich jetzt zusammenstehen und die Krise gemeinsam bewältigen, betonte der Personal-Chef.



Die komplette Kurzarbeit ab 1. April ist zwar noch nicht definitiv entschieden, laut Schättle steht eine ultimative Entscheidung der Tadano-Leitung hierzu noch aus, aber es wird wohl kein Weg daran vorbeiführen.

Die Produktion bei dem Zweibrücker Unternehmen solle komplett gestoppt werden, ferner ist geplant, die Mitarbeiter in der Verwaltung zum größten Teil zuhause zu lassen.

„Viele unserer Lieferketten sind massiv gestört“, sagte Schättle. Er nannte ein „prominentes Beispiel“: Mercedes habe die Produktion von Motoren gestoppt. Tadano ist Kunde von Mercedes und baut deren Motore in die eigenen Kräne. „Ohne die Motoren läuft nichts, da braucht man wohl nicht mehr dazu zu sagen, das zeigt den Ernst der Lage“, skizzierte er die enormen Herausforderungen, vor denen Tadano steht.

Weiter nachhaltig gestört sind die Lieferketten durch den Ausfall etlicher Lkw-Fahrer, viele hätten sich krankgemeldet, es klemme also an vielen Stellen.

Es sei derzeit nicht abzusehen, wie es weitergehe, wie lange die vermutlich ab 1. April laufende Kurzarbeit dauern wird, sagte der Manager.

Tadano ist der größte Arbeitgeber in Zweibrücken, rund 1600 Mitarbeiter sind bei dem Kranbauer beschäftigt.

Die Worte, die am Donnerstagnachmittag Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte, geben indes wenig Anlass zur Hoffnung. Spahn sagte, er gehe davon, dass die derzeit rigiden Maßnahmen im Kampf gegen Corona vermutlich eher noch Monate als Wochen andauern werden. Dieselbe Ansage kam am Donnerstag auch von Politikern in Österreich. Die einschneidenden Schritte müssten wohl noch Monate lang gegangen werden. Keine guten Aussichten für die Bürger – und die Betriebe.