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Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung
CDU: Beinahe-Tesla-Coup als Ansporn

 Szenenfoto aus dem Tesla-Bewerbungsvideo, mit dem sich die Zukunftsregion Westpfalz für eine Ansiedlung auf dem Zweibrücker Flugplatz-Areal stark machte. Das Video ist im Internet (gigafactory-westpfalz.de) abrufbar.
Szenenfoto aus dem Tesla-Bewerbungsvideo, mit dem sich die Zukunftsregion Westpfalz für eine Ansiedlung auf dem Zweibrücker Flugplatz-Areal stark machte. Das Video ist im Internet (gigafactory-westpfalz.de) abrufbar. FOTO: Wirtschaftsregion Westpfalz
Zweibrücken. Fraktionschef Gensch fordert als Konsequenz Neustrukturierung von Wirtschaftsförderung und Standortmarketing Von Mathias Schneck

Um ein Haar hätte Tesla seine geplante Mega-Fabrik in Zweibrücken gebaut. In der Stadt können deswegen nun viele Tränen vergossen werden – alternativ kann dies aber auch einen Motivationsschub bedeuten.

Dies sieht Christoph Gensch, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion und Abgeordneter im Mainzer Landtag, so. Gensch versandte am Montag eine Pressemitteilung, in der er dazu aufruft, den Beinahe-Tesla-Coup in der Rosenstadt als „ganz starkes Signal für das Potenzial Zweibrückens“, zu sehen, wie er auf Anfrage unserer Zeitung erläuterte. Es sei nun wichtig, „entsprechende Weichenstellungen anzugehen“. Die CDU werde deshalb im nächsten Stadtrat einen Antrag mit dem Ziel stellen, „dass sich die Stadt Zweibrücken neben ihren Aktivitäten in der Standortinitiative Südwestpfalz auch verstärkt in der Zukunftsregion Westpfalz einbringt“.
Gensch sagte, der Einsatz der Zukunftsregion Westpfalz mit ihrem Geschäftsführer Hans-Jürgen Clev sowie des früheren Pirmasenser Oberbürgermeisters Bernhard Matheis (CDU) im Zusammenhang mit der Tesla-Bewerbung für die Region Zweibrücken seien „derart bemerkenswert, dass sich hieraus fast eine Verpflichtung für einen solchen Antrag ergibt“.

Gensch weiter: „Ich halte es für sinnvoll, die interkommunale Zusammenarbeit in der Südwestpfalz im Bereich der Wirtschaftsförderung weiter zu intensivieren und die Stadt Pirmasens in die Standortinitiative Südwestpfalz zu integrieren. Weiterhin halte ich ein verstärktes finanzielles Engagement der Stadt Zweibrücken und des Landkreises Südwestpfalz in der Zukunftsregion Westpfalz für erforderlich.“



Gensch erklärt, er sei davon überzeugt, „dass die Zeiten des Kirchturmdenkens vergangener Jahrzehnte endgültig vorbei sind. Wir können in einer globalisierten Welt, in einem zusammenwachsenden Europa, in einem Deutschland, in dem sich Wirtschaftskraft immer mehr in Metropolregionen konzentriert, nur gemeinsam erfolgreich sein.“ Darum müsse bei der Standortinitiative Südwestpfalz gelten: „Alle mit ins Boot“, also künftig auch die Stadt Pirmasens. Gensch sagte, die CDU Pirmasens habe bereits signalisiert, dass sie diesen Vorstoß unterstützt. Und in Sachen Zukunftsregion Westpfalz sei es wichtig, dass sich Zweibrücken finanziell stärker engagiert.

Nach Merkur-Informationen zahlt die Rosenstadt für ihre Mitgliedschaft in der „Zukunftsregion Westpfalz“ jährlich 750 Euro. Zum Vergleich: Für die Teilnahme an der Kooperation „Standortinitiative Südwestpfalz“ sind es 34 000 Euro per anno. Die Mitgliedschaft dort wurde übrigens im Hauptausschuss gerade erst verlängert (siehe Bericht unten).