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Gospel & Praise
Gotteslob mit Gänsehauteffekt

 Der Auftritt im Kulturzentrum Alte Kirche in Vinningen war für Gospel & Praise ein besonderes Erlebnis.
Der Auftritt im Kulturzentrum Alte Kirche in Vinningen war für Gospel & Praise ein besonderes Erlebnis. FOTO: Cordula von Waldow
Vinningen. Das Konzert des Mittelbacher Chores Gospel & Praise kam in der ausgezeichneten Akustik im Kulturzentrum „Alte Kirche“ in Vinningen besonders gut an. Von Cordula von Waldow

Lag es an der großartigen Akustik im Kulturzentrum „Alte Kirche“, der einzigartigen Atmosphäre, dem begeistert mitgehenden Publikum, der Liedauswahl oder der hörbaren Weiterentwicklung des Mittelbacher Chores Gospel & Praise – oder an allem gemeinsam? Das Konzert am Sonntagabend toppte die bisherigen Konzerte der 17 Sängerinnen unter Leitung von Wolf Rüdiger Schreiweis noch einmal. Zwei Stunden lang versetzten sie mit ihren traditionellen, amerikanischen Spirituals aus der Sklavenzeit, modernen Gospels – vor allem der Osloer Schule – und sogar einem der wenigen deutschen Titel den ehemaligen Kirchenraum in Schwingung.

Schade nur, dass auf Grund der stürmischen Wetterlage nur rund 50 Musikbegeisterte der Einladung der VR-Bank Südwestpfalz folgten.

Eine von ihnen war Katharina Mattern. Sie leitet und organsiert den Pfälzischen Chorverband gemeinsam mit ihrem Ehemann Werner und war sogar vom Limburger Hof angereist. „Ich kenne viele der Damen von gemeinsam Chor-Weiterbildungen und Wolf Rüdiger Schreiweis ist ein toller Chorleiter. Die Anfahrt hat sich definitiv gelohnt“, lobte sie.



„Spritiuals verkünden die frohe Botschaft Gottes“, erklärte der Chorleiter und übersetzte bei der Ankündigung der Titel auch die wichtigsten Inhalte. Besonders die so unterschiedlichen Solistinnen verliehen dem abwechslungsreichen Konzert mit traditionellen, rockigen, jazzigen, rhythmischen und mystischen Titeln vielfältige Klangfarben. Mit ihrer souligen Stimme interpretierte Sopranistin Anja Pless „Born again“ des Norwegers Tore W. Aas, eines der Lieblingskomponisten des Chores, wie Wolf Rüdiger Schreiweis verkündete.

Mit einfühlsamer, ruhiger Stimme schuf Birgit Betel den Kontrast mit „In My Father‘s House“. Passend zum Wetter ließ Connie Haller, eine der vier Tenösen, den „Mighty Wind“, den „mächtigen Wind“, mit dem der Heilige Geist zu durch die Herzen pusten soll, entstehen. „Let it overflow – lass es überfließen“, frohlockte der Chor nach dem ruhigen, solistischen Einstieg. Vielstimmig, fast polyphon, ließen die 17 Sängerinnen auch das „Living Water, lebendiges Wasser“ nach der Jahreslosung 2018 und dem Solo von Altistin Simone Blatt überströmen. Gebärdenreich unterstrichen der Chor die Botschaft in dem anspruchsvollen Titel „no rock“. Die schmelzende Stimme von „Engelchen“ Nicole Flesner in dem Lobpreislied „Because of who you are“ verursachte vielen Besuchern Gänsehaut.

Für viele gehörte zu der Aneinanderreihung von Höhepunkten auch, die Gospels mit aus der Gemeinde entwickeln und mitsingen zu dürfen. Dem anspruchsvollen, rockigen Abschlusstitel auf Deutsch – „Wir sind hier“ von Sarah Kaiser – folgte als Zugabe die hebräische Friedenslied „Hevenu Shalom“, gib uns Frieden.

„Es hat sich richtig gelohnt“, schwärmte Ingrid Kaiser aus Vinningen, die Gospel & Praise das erste Mal erlebte. Sie freute sich: „Die Soli waren richtig klasse, dazu die tolle Akustik. Hier ist der ideale Platz für solche Veranstaltungen.“

Auch die Sängerinnen, unterstützt von von Hermann Dering am Piano und Simon Rupp, Percussion, waren begeistert von dem Kulturzentrum. „Es hat uns hier ganz besonderen Spaß gemacht“, bekannten sie lachend – was für alle Besucher spürbar war.

www.gospelandpraise.de