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Z.M.O. Chor sang in der Friedenskirche
Durch Lieder andere Kulturen erleben

 Der Z.M.O.-Chor unter Leitung von Liane Weidmann-Lichtel (roter Poncho) begeisterte mit seinem Konzert in der Friedenskirche.
Der Z.M.O.-Chor unter Leitung von Liane Weidmann-Lichtel (roter Poncho) begeisterte mit seinem Konzert in der Friedenskirche. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Der enthusiastische Z.M.O.-Chor riss sein kleines Publikum am Freitagabend beim Konzert in der Ixheimer Friedenskirche zu großen Begeisterungsstürmen hin. Die Sängerinnen flirteten regelrecht mit den Gästen und genossen spürbar ihren Auftritt. Von Cordula von Waldow

In der Ixheimer Friedenskirche wurde am Freitagabend geschunkelt und geklatscht. Es herrschte eine mitreißende, ausgelassene Stimmung, als sei die Kirche voll besetzt. Dabei war die Zahl der Besucher, die sich von dem Chor für „Zusammenarbeit Mit Osteuropa Z.M.O.“ in Volksfest-Stimmung versetzen ließ, leider überschaubar. Doch den zehn Singenden, hauptsächlich aus Kasachstan, gelang es mit ihrer Lebensfreude und Heiterkeit spielend, den Funken ihrer Begeisterung auf ihr Publikum zu übertragen.

Vollkommen selbstverständlic  sang der Chor unter Leitung von Valery Hellbing unter dem Motto „Singen für Europa“ Lieder in zehn Sprachen. Besondere Aufmerksamkeit erregten die außergewöhnlichen Gesänge auf Esperanto. Der Vorsitzende des Zweibrücker Esperanto-Vereins, Oliver Walz, erklärte das Besondere dieser einfach Plansprache. „Esperanto ist 35 Mal einfacher zu lernen als Englisch. Außerdem respektiert es als erste Fremdsprache jede Muttersprache.“

Wohlklingend ertönten sowohl die allen bekannte Europahymne als auch die Esperanto-Hymne, eine Friedenshymne in dieser Sprache. Zur großen Freude seines Publikums und sichtlich auch zu dem eigenen Vergnügen, sang der Chor sein Liebslingslied, das weißrussische Liebeslied „Marusja“ gleich zweisprachig in Russisch und Esperanto. Der mitreißende Czardas brachte die Stimmung endgültig zum Überkochen. Mit choreografisch vorgegegenene Freudenschreien begleiteten die Sängerinnen das Stimmungslied.



Die bekannten jiddischen Lieder „Hava Nagila“ und „Henvenu Shalom“ bekräftigten die Sehnsucht nach Frieden und wurden von vielen mitgesungen und geklatscht. Die hervorragende Akutstik in der runden Kirche mit ihrer hohen, turmartigen Mitte, trug dazu bei, dass die wenigen Stimmen das Gotteshaus vollständig mit ihren Klängen fluteten. Neben osteuropäischen Liebes- und Lebensliedern auf Russisch, Ukrainisch, Polinsch, Serbokroatisch oder Hebräisch vermittelte der Z.M.O.-Chor auch Heimatgefühl. „Der pfälzer Wind“ wurde lautstark von allen gemeinsam besungen.

Mit dem kirchlichen Lied „Es ist noch Platz an deinem Tisch“ erinnerte der Chor an seinen Auftritt zum Weltgebetstag in diesem Jahr, der aus Slowenien kam.

Zu ihrer großen Freude beschenkte Oliver Wals Liane Weidmann-Lichtel und Pfarrer Martin Bach mit einem Kirchengesangbuch auf Esperanto. Anschließend interessierten sich die Kirchenbesucher gerade für diese Sprache und die Möglichkeit, diese in Zweibrücken zu erlernen.

Waltraut Feld erfuhr aus dem Pfälzischen Merkur von dem Konzert. Sie hatte den Z.M.O.-Chor vor einem Jahr in der Himmelsbergkapelle erstmals erlebt und ist seitdem ein großer Fan. „Schade, dass es keinen Youtube-Kanal gibt“, bedauert sie, obwohl Folklore sonst nicht unbedingt ihre Lieblingsmusik sei. „Sie entführen einfach in eine andere Welt. Und ehe man es sich versieht, ist man mittendrin“, schwärmte sie nach der wild erklatschten Zugabe. Viel besser hätte die Stimmung in einer voll besetzten Kirche auch nicht sein können.