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Weihnachtsvorlesung an Zweibrücker Hochschule
Zweibrücker machen Ausflug ins All

 Am Ende kamen alle auf die Bühne: die Referenten, die Helfer und die Gewinner der Verlosungsaktion sowie die Spendenempfänger.
Am Ende kamen alle auf die Bühne: die Referenten, die Helfer und die Gewinner der Verlosungsaktion sowie die Spendenempfänger. FOTO: Susanne Lilischkis
Zweibrücken. Unbekannte Welten standen wieder auf der Tagesordnung bei der diesjährigen Weihnachtsvorlesung am Campus Zweibrücken der Hochschule Kaiserslautern. Von Susanne Lilischkis

Fliegende Frisbees, exoterrestrische Getränke und Besucher in Phantasie-Uniformen: Willkommen bei der Star-Trek-Vorlesung am Zweibrücker Campus. Die Referenten führten das Publikum hinaus in unbekannte Welten und ferne Sternensysteme. Doch zuerst wurde dem langjährigen Mitglied der Star-Trek-Vorlesungs-Crew, Manfred Strauß, gedacht, der kürzlich nach schwerer Krankheit verstorben ist. Seine Mitstreiter zeigten einen Filmausschnitt aus „Star Trek 2 – der Zorn des Khan“, in dem der Sarg von Captain Spock in den Weltraum entlassen wird, gefolgt von einer Diaschau über Manfred Strauß. Stehend und mit minutenlangem Applaus zollte das Publikum dem Verstorbenen seinen Respekt.

Auch dieses Mal gingen die Einnahmen des Abends an eine Wohltätigkeits-Organisation. „Seit 2005 gibt es die Spendenaktion“, sagte Organisator Hubert Zitt, „wir haben bisher 28 199 Euro an Spenden einnehmen können“. Auch die Bilanz des diesjährigen Abends konnte sich sehen lassen: Für die Aktion „Sternenregen“ von Radio Salü und den Kirchen kamen 2700 Euro zusammen.

Markus Groß startete mit seinem Thema „Kommunikation mit Außerirdischen und das anthroposophische Prinzip“ in den Vortragsteil. Schon seit geraumer Zeit sucht die Menschheit eine Möglichkeit, mit Wesen aus dem Weltall in Kontakt zu treten. Sei es das Seti-Projekt, die Raumsonden Pioneer 10 und Voyager oder das Wow-Signal – immer schwingt die Hoffnung mit, eine Möglichkeit des Austausches mit extraterrestrischem Leben gefunden zu haben. Doch wie könnte dieses Leben aussehen?



In seinem reich bebilderten Vortrag mit vielen Beispielen aus populären Science-Fiction-Filmen kam Markus Groß zu dem Schluss, dass Außerirdische höchstwahrscheinlich ähnlich aussehen wie wir. „Hubert und ich gehören zur Generation, die die Mondlandung live miterlebt haben“, bemerkte Groß.

Der erste Mensch auf dem Mond war eine große Sache, da ist sich auch Hubert Zitt sicher. Nicht nur in technischer Hinsicht, sondern vor allem für die Menschen: „Auf den Mond zu kommen, hat die Gesellschaft verändert, vor allem in den USA.“ Zum ersten Mal wurden für das Großprojekt Mondlandung bei der Nasa Menschen nach ihren Fähigkeiten eingestellt, nicht nach Hautfarbe, Geschlecht oder Herkunft. 400 000 Wissenschaftler und Techniker arbeiteten daran, den bemannten Flug zum Mond innerhalb von nur acht Jahren wahr werden zu lassen.

In dieser Zeit sind viele Disziplinen in der Wissenschaft vorangetrieben worden. Computer und die Digitaltechnik haben die Welt verändert und dabei Science-Fiction-Autoren und natürlich auch Filmemacher inspiriert. Hubert Zitt zeigte Ausschnitte aus der britischen Fernsehserie „Ufo“, die ganz im Stil der 60er Jahre eine Zukunft im Aufbruch feierte, mit stromlinienförmigen Fahrzeugen, rasanter Musik und viel nackter Haut. Die eher biedere Serie „Mondbasis Alpha eins“ war vielen Besuchern noch in Erinnerung. Auf wahre Begebenheiten bezieht sich der Kinofilm „Apollo 13“ mit dem berühmten Satz: „Houston, wir haben ein Problem“ und dem laut Zitt „schönsten Raketenstart, den es im Film je gegeben hat“.

Ausführlich widmete der Referent sich auch dem Film „Hidden Figures“, der die wahre Geschichte der Mathematikerinnen und Ingenieurinnen Katherine Goble, Dorothy Vaughan und Mary Jackson zeigte. Diese drei „menschlichen Computer“ der Nasa hatten ein Problem – sie waren Farbige. Was das zur Zeit der Rassentrennung im Virginia der 60er Jahre bedeutete und wie nach und nach viele Vorurteile und Schranken bei der Nasa über Bord geworfen wurden, beleuchtet der sehenswerte Film. Schließlich ist es den drei außergewöhnlichen Frauen zu verdanken, dass John Glenn als erster Amerikaner die Erde umrunden konnte. Und so zog Hubert Zitt das Fazit: „Der Wettlauf im All war ein großer Schritt für die Menschheit, aber vor allem ein großer Schritt für die Menschlichkeit.“

Natürlich durften bei der Traditionsveranstaltung auch die Förderationsbrezeln und „Vaporizing Cocktails“ nicht fehlen. Die Fachschaft servierte in der Pause die außerirdischen Speisen und Getränke dem teils phantasievoll verkleideten Publikum.

 Star Trek trifft Star Wars: Bei der Zweibrücker Kult-Weihnachtsvorlesung sind alle Besucher eine große Familie.
Star Trek trifft Star Wars: Bei der Zweibrücker Kult-Weihnachtsvorlesung sind alle Besucher eine große Familie. FOTO: Susanne Lilischkis