| 20:13 Uhr

bossa 68
Caiprinha Grooves im Rosengarten

 Bossa68 bei ihrem Auftritt im Rosengarten.	 Foto: Margarete Lehmann
Bossa68 bei ihrem Auftritt im Rosengarten. Foto: Margarete Lehmann FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. (fro) Bossa Nova ist ja etwas aus der (Tanz-)Mode gekommen. Seine frühe Zeit, die späten 50er Jahre, reißen nicht mehr so richtig mit, doch man kommt bei bossa 68 schnell wieder rein in die Jahre und findet immer schneller und mehr Gefallen. Von Peter Fromann

Die Sängerin Lilly Pazzmann macht ihre Sache aber auch wirklich sehr gut, scheint anfangs eher unauffällig, doch setzt sich unaufhaltsam durch und begeistert am Ende die Hörer durch Einfühlsamkeit und ihre ausdrucksvolle Stimme. Sebastian Dingler, Kontrabass, E-Bass, Gesang,  hat acht Monate seines Lebens in Brasilien verbracht. Von daher kann er mit seinem Portugiesisch glänzen. Seinem Idol Marcos Valle, dem Komponisten von "Summer Samba" und vielen anderen Songs aus dem Repertoire, ist er mehrfach begegnet. Sergio Mendes und Eumir Deodato hat er ebenfalls schon mal die Hand geschüttelt, wie er berichtet. Außerdem sei er der UrUrUrenkel (oder noch ein Ur mehr) des Zweibrücker Industriellen Dingler. Beim Solospiel kommt Glanz auf und endlich bei einem Stück der Gruppe Super Strut gehen er und die ganze Gruppe voll aus sich heraus, spielen mitreißend auf, da bleibt, wie man so sagt, kein Auge trocken und kein Beinpaar unbewegt. Überhaupt, der späte Bossa Nova (Neue Welle, nicht unsere Neue Welle) steigert sich prächtig in den späten 60ern und so, vermischt mit Cool Jazz und immer so weiter, das kommt an, das Publikum spendet außerordentlichen Beifall. Klaus Piet, Gitarre, Gesang, überzeugt leicht, Stefan Berger an Tasteninstrumenten mit stetem Durchsetzungsvermögen, Michael Zimmer, „niemand weit und breit beherrscht so gut wie er die Cuica (Reibetrommel)“, und Zahnarzt Rolf Jakob am Schlagzeug: „Back tot he roots statt Wurzelbehandlung“,  elder Statesman von bossa 68. Hier einige Titel des Konzertes: Summer Samba, The Joker, The Girl von Ipanema, Brasil, Tristeza und andere mehr. Komponist Carlos Jobim, Gründer und Vollender des Bossa Nova, war natürlich fast immer dabei.

Es war in weiten Teilen eine sonnenbeschienene brasilianische Strandparty mit Copa Cabana und flirrendem Flair aus Brasilien.