| 22:11 Uhr

Fahndung nach Todesfahrer geht weiter
Bundesweit Hinweise auf Fluchtauto

Zweibrücken. Fahrerflucht nach tödlichem Unfall: Polizei erstaunt über gewaltige Resonanz. Gutachter konnte nur Splitter sichern.

Der tödliche Unfall auf der A 8 bei Ernstweiler mit anschließender Fahrerflucht schlägt enorme Wellen. Die sind mittlerweile so hoch, dass sich selbst die Polizei erstaunt darüber zeigt.

Martin Sema, Sprecher der Polizeidirektion Pirmasens, die für die Inspektion in Zweibrücken mit zuständig ist, zeigt sich auf Anfrage unserer Zeitung beeindruckt von der Resonanz.

„Wir bekommen inzwischen Hinweise aus dem gesamten Bundesgebiet. Damit hätten wir nicht gerechnet“, sagte Sema. Die sozialen Medien hätten dazu beigetragen. Durch Mitteilungen auf Facebook seien inzwischen bundesweit Menschen  informiert. Sema erklärt, dass es bislang leider nur Hinweise gab, die sich als unzutreffend erwiesen. Aber die Polizei ist froh darüber, dass die Menschen so sensibilisiert sind. Lieber gebe es etliche Hinweise zu viel als den einen entscheidenden Hinweis zu wenig, verdeutlicht der Polizeisprecher. Sema räumt ein, dass mit jedem Tag, an dem der Unfallflüchtige unbehelligt bleibe, die Wahrscheinlichkeit sinke, diesen noch zu erwischen. Der Polizeisprecher erklärt ganz offen, dass die Ermittler darauf setzen, dass der Todesfahrer sein Auto, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weißer beziehungsweise heller Mercedes, früher oder später in eine Werkstatt bringen muss. Oder versucht, diesen klammheimlich selbst beziehungsweise unter Hilfe anderer zu reparieren – dafür bräuchte er dann aber Ersatzteile, diese müssten eventuell bestellt werden. Alles Fälle, in denen der Flüchtige aus der Deckung kommen muss. Wie stark die Beschädigungen an dem Mercedes sind, darüber kann die Polizei nur mutmaßen. Geringfügig sind sie wohl nicht. Der Fahrer stieß laut Zeugenaussagen von hinten auf das Motorrad. Leider habe der Gutachter, trotz rund fünf Stunden langer Suche auf der Autobahn, nur kleinere Teile und Splitter sichern können.



Der tödliche Unfall hatte sich am 1. Juli, gegen 14.30 Uhr, auf der A 8 nahe der Auffahrt Ernstweiler (in Fahrtrichtung Saarland) ereignet. Ein Autofahrer stieß dabei auf ein Motorrad, eine Harley, auf der ein 37 Jahre alter Fahrer aus dem Donnersbergkreis und (auf dem Sozius) sein 13 Jahre alter Junge saßen. Der Junge starb, der Vater wurde lebensgefährlich verletzt, ist mittlerweile aber außer Lebensgefahr. Der Unfallverursacher ergriff die Flucht. Bei seinem Fahrzeug soll es sich um einen Mercedes handeln, wohl kein A- oder B- sondern vermutlich ein E-Modell, helle Farbe, eventuell weiß.  Keiner der Zeugen konnte vom Kennzeichen etwas ablesen, auch nicht Teile davon.

Hinweise an die Polizei in Zweibrücken, Telefon (06 3 32) 97 60.