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Erzielter Preis liegt unter entstandenen Kosten
Bundespolizei kauft Flüchtlings-Container

Die Flüchtlingsunterkünfte stehen schon lange leer.
Die Flüchtlingsunterkünfte stehen schon lange leer. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Zum Kaufpreis äußert sich die ADD nicht. Nur, dass er geringer ist als die entstandenen Kosten.

(ek) Eine schier unendliche Geschichte geht zu Ende: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier hat einen Abnehmer für die 84 Container am Zweibrücker Flugplatz gefunden, die im Frühjahr 2016 im Zuge der Flüchtlingskrise aufgebaut wurden und dann lange leerstanden. Künftig kann die Bundespolizei die „Shelter“ ihr Eigen nennen. Das hat ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol gestern mitgeteilt.

Seit 2016 habe die Behörde mit 22 Interessenten verhandelt, es sei aber nie zum Vertragabschluss gekommen.  Einmal, zwischen April bis Ende Juni 2017, sei der Kontrakt bereits ausgearbeitet gewesen, der Interessent habe dann aber seine Unterschrift versagt, so Dziendziol weiter. Zu den Namen der Kandidaten und deren Absagegründen äußert sie sich nicht. Auch nicht zum Kaufpreis der Bundespolizei. Aber: „Ich denke, dass da ein Verlust gemacht wird. Zur Größenordnung kann ich nichts sagen.“

2,3 Millionen Euro an Steuergeld (1,8 Millionen für den Ankauf, 500000 für Aufbau, Technik, Nebenkosten) hatten die Containerhäuschen damals gekostet. Die Flüchtlinge waren zu der Zeit im Ex-Terminal des Flughafens und im Ex-Apparthotel Europa untergebracht. Nur die Hälfte der Container wurde überhaupt belegt, Ende Juni 2016, drei Monate nach dem Erstbezug, standen sie leer.



Die ADD habe sich mit der Bundespolizei dahingehend geeinigt, dass diese in den auslaufenden Mietvertrag für das Gelände einsteige. „Das bedingt auch den Rückbau des Geländes – es muss so gemacht werden, wie es bei der Übernahme aussah“, so Dziendziol.

Was die Bundespolizei mit den Container plant, wisse sie nicht. Sie blieben noch so lange stehen, bis sie praktisch woanders hingebracht werden könnten. Zu ihren Plänen mit den Flüchtlingsunterkünften will sich die Bundespolizei erst morgen äußern, sagte ein Sprecher auf Merkur-Anfrage.