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Brandstiftung im Ex-Abschiebeknast

Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Roten Kreuzes an der Brandstelle. Noch können sie nicht löschen, denn an der ehemaligen Abschiebehaftanstalt ist kein Anschluss für Löschwasser vorhanden.
Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Roten Kreuzes an der Brandstelle. Noch können sie nicht löschen, denn an der ehemaligen Abschiebehaftanstalt ist kein Anschluss für Löschwasser vorhanden. FOTO: Marco Wille
Eine Feuersäule stand gestern Abend über Birkhausen. Eine Holzbaracke der früheren Abschiebehaftanstalt stand lichterloh in Flammen. 17 Fahrzeuge aus Zweibrücken, Homburg und Contwig waren im Einsatz.

Von Merkur-Mitarbeiter
Fritz Schäfer

Zweibrücken. Die Rauch- und Feuersäule über dem Waldgebiet Birkhausen bei Ixheim erschreckte gestern Abend kurz nach 20 Uhr viele Zweibrücker. „Ab 20.22 Uhr gingen die ersten Meldungen bei uns ein“, sagte der Stadtfeuerwehrinspekteur Harald Schmieg. Einige Anrufer meldeten einen Waldbrand. Vermutet wurde der zwischen dem Altenheim und der früheren Abschiebehaftanstalt.

„Schon bei der Anfahrt haben unsere Leute gemerkt, dass es kein Waldbrand ist.“ Zu deutlich deutete die Feuersäule auf einen anderen Brandort hin. Und in der Tat: Als die Feuerwehr kurz vor halb neun Uhr eintraf, stand eine Holzbaracke, der Sanitärtrakt der früheren Abschiebehaftanstalt, lichterloh in Flammen. „Das war eine Holzbaracke mit Schindeln. Die Baracke war nicht mehr zu retten.“ Die Schindeln waren auch der Grund für die starke Rauchentwicklung, die noch eine Stunde deutlich sichtbar über Birkhausen hing. Nach der ersten Besichtigung ging ein Polizeibeamter gestern Abend „mit Sicherheit von Brandstiftung“ aus. „Wie hätte das Feuer auch sonst ausbrechen können. Da ist kein Strom und nichts“, vermutete Stadtfeuerwehrinspekteur Harald Schmieg. Die Polizei fand auch erste Indizien, dass ebenfalls versucht wurde, das Hauptgebäude der Abschiebehaftanstalt in Brand zu setzen. Exaktes konnte der Polizeibeamte zwei Stunden nach der Brandmeldung nicht sagen. „Genaueres stellen auch die Experten der Kriminalpolizei fest.“ Die Polizei bat die Feuerwehr darum, dass sie keine Spuren in dem Gebäude verwischt.

Da die Baracke nicht mehr zu retten war, galt das Hauptaugenmerk zunächst dem umliegenden Wald. „Wir wollten eine zweite Brandstelle unbedingt vermeiden“, erklärte Schmieg. Zunächst musste die Feuerwehr eine über einen Kilometer lange Löschleitung verlegen. „Da oben ist absolut kein Wasser“, schilderte der Stadtfeuerwehrinspekteur eine Schwierigkeit bei dem Brand in Birkhausen. Deshalb unterstützte die Homburger Feuerwehr mit ihrem 10 000 Liter fassenden Großtank wieder die Zweibrücker Wehr. Insgesamt 17 Fahrzeuge waren gestern Abend in Birkhausen. Neben den 13 der Zweibrücker Feuerwehr noch zwei aus Contwig und zwei aus Homburg. 90 Feuerwehrleute kämpften in den Abendstunden gegen die Flammen der brennenden Baracke, sicherten den angrenzenden Wald und legten die Löschleitung von der B 424 über die Wiesen durch den Wald hoch zur Brandstelle. Dazu mussten die Feuerwehrleute noch den Verkehr auf der schmalen Straße nach Birkhausen organisieren, damit die Fahrzeuge sich nicht gegenseitig blockierten.

Der Stadtfeuerwehrinspekteur schätzte, dass die letzten Einsatzkräfte bis nach Mitternacht im Einsatz sein werden. Vor genau zwei Monaten, am 24. Juni, hatte die Feuerwehr den letzten großen Einsatz beim Brand der Mülldeponie. Jetzt gab es wieder einen Großeinsatz. Rettungskräfte des Roten Kreuzes waren vorsorglich vor Ort. Auch der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Thomas Deller, verschaffte sich bereits gestern Abend einen Überblick.