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Bauarbeiten in Tilsitstraße
Brandbomben-Fund droht Zweibrücker Straßensanierungs-Programm zu verzögern

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Zweibrücken. Nach Überraschung beim Ausbau der Tilsitstraße: Kurt Pirmann befürchtet erhebliche Mehrkosten und warnt, dass deshalb nicht alle Zweibrücker Straßen in den kommenden fünf Jahren wie geplant ausgebaut werden könnten.

Eine böse Überraschung erlebten die Bauarbeiter am Montag bei der Erneuerung der Tilsitstraße in den Breitwiesen: Zwei Brandbomben steckten im Erdreich. „Der Kampfmittelräumdienst hat die beiden Bomben weggeschafft und an einem anderen Ort entsorgt“, informierte der Leiter des Betriebshofs des Umwelt- und Servicebetriebs, Steffen Mannschatz, gestern Abend den Zweibrücker Hauptausschuss.

Nach den Funden sei es jetzt eine „Kampfmittelbaustelle“, sagte Mannschatz. „Jede Schaufel Sand, die wir ausgeben, wird abgelagert und erst untersucht, bevor das Material abgefahren werden kann.“ Welche zusätzlichen Kosten dadurch entstehen, könne er noch nicht sagen. „Wir haben erst 50 Meter ausgehoben. Die Baustelle ist 500 Meter lang.“ Vor drei Wochen begannen die Arbeiten in der Tilsitstraße. Die Asphalt- und die Schotterschicht wurden entfernt. Beim Aushub des Erdreichs – nur wenige Zentimeter unter der Schotterschicht - machten die Arbeiter am vergangenen Montag den gefährlichen Fund. Mannschatz konnte auch noch nicht abschätzen, wie sich der Fund auf die Bauzeit auswirkt.

Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) vermutete, dass sich die Kosten erhöhen. „Dadurch kann sich das gesamte Ausbauprogramm verlangsamen“, befürchtete der Oberbürgermeister. „Was wir in der Straße mehr zahlen, fehlt am Ende im Budget für das laufende Programm.“ Die Tilsitstraße gehört zu den ersten Straßen, deren Ausbau über wiederkehrende Beiträge finanziert wird. Der Stadtrat hatte in dem Fünfjahres-Plan neben den auszubauenden Straßen auch die Finanzierung festgelegt.



Der Hauptausschuss empfahl der Trägerversammlung des Zweibrücker Jobcenters, Birgit Heintz als Geschäftsführerin einzustellen. Ende September geht Amtsinhaberin Edith Schaeffer-Klopf in Ruhestand (wir berichteten). Der Stadtrat hatte im Juni beschlossen, die Geschäftsführung der gemeinsamen Einrichtung – Stadt und Bundesanstalt für Arbeit – zu übernehmen. Die Leiterin des Zweibrücker Sozialamtes, Birgit Heintz, war die einzige Bewerberin einer internen Ausschreibung. Die Bestellung erfolgt zunächst auf die Dauer von fünf Jahren. Der Trägerausschuss wird im September entscheiden.

Im nicht öffentlichen Teil hat der Hauptausschuss dem Stadtrat empfohlen, eine Bewerberin für die Leitung der Zweibrücker Volkshochschule einzustellen. Die Frau hatte sich zuvor dem Gremium vorgestellt. Der Stadtrat entscheidet in der nächsten Woche. Anfang April verließ der bisherige VHS-Chef Helmut Ertel Zweibrücken Richtung Bayern (wir berichteten). Seitdem ist die Stelle nicht besetzt. Eine andere Person hatte im Mai vor einer Entscheidung ihre Bewerbung zurückgezogen. Zuvor hatte sich der Hauptausschuss für diesen Kandidaten ausgesprochen.

Weiter hat der Ausschuss gestern im nicht öffentlichen Teil dem Stadtrat empfohlen, eine Stelle im Bauamt und eine im Jobcenter zu besetzen. Die beiden Personen stellten sich ebenfalls im Hauptausschuss vor. Das Gremium sprach sich dafür aus, zwei Beamte zu befördern und zwei verdiente Bürger mit der Stadtplakette auszuzeichnen.

Veränderungen in der Stadtspitze „werfen ihre Schatten voraus“, meinte Oberbürgermeister Pirmann bei der Regelung der Dezernatsverteilung. Bürgermeister Rolf Franzen (CDU) geht Ende des Monats in Ruhestand. Christian Gauf (CDU) wird sein Nachfolger (wir berichteten). Der Ausschuss empfahl, dass Gauf wie Franzen die Geschäftsbereiche Kämmerei, Schulverwaltungs- und Sportamt, Amt für soziale Leistung und Jugendamt übernimmt.