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| 23:21 Uhr

Boßlet will keine „Puppenkiste“

Ob der 2008 eröffnete Rosengarten-Eingang auch mit Denkmalschutz gebaut worden wäre? Foto: maw
Ob der 2008 eröffnete Rosengarten-Eingang auch mit Denkmalschutz gebaut worden wäre? Foto: maw FOTO: maw
Zweibrücken. Der Denkmalschutz für den Zweibrücker Rosengarten erhitzt wieder die Gemüter. UBZ-Chef Werner Boßlet kündigt an, dass er der Stadt juristische Schritte vorschlagen wird, wenn die Denkmalschützer zu viele Einschränkungen auferlegen. Eric Kolling

Beim Denkmalschutz für den Zweibrücker Rosengarten ist neuer Ärger programmiert: Der Park-Betreiber UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken ) schließt eine Klage gegen eventuelle denkmalschutzrechtliche Einschränkungen nicht aus.

Hintergrund: Im Herbst 2014 hatten Mitarbeiter von GDKE, (Generaldirektion Kulturelles Erbe ), Landesregierung und Gartenbauexperten eine Unterschutzstellung des Rosengartens empfohlen. Vor genau einem Jahr hatte der damalige Landeskonservator Joachim Glatz sogar einen Rückbau des neuen Rosengarten-Eingangs ins Spiel und damit Lokalpolitiker und viele Bürger auf die Palme gebracht. Auch wenn er später zurückruderte, blieb die Ankündigung, dass bis Ende 2015 der Garten unter Denkmalschutz stehen sollte. Das ist bislang noch nicht geschehen.

Vor einem Jahr hieß es vonseiten der GDKE, dass man Angebote für eine "konzeptionelle Überlegung" einhole und bis Jahresende gemeinsam ein Denkmalschutzkonzept auf den Weg bringe. Dieses solle langfristig umgesetzt werden. Die Stadt könne dabei mehrere Fördertöpfe anzapfen.

Wie UBZ-Chef Werner Boßlet am Freitag berichtete, seien vor einem Monat Denkmalschutzexperten für eine Begehung im Garten gewesen. Offiziell liege ihm auch noch nichts vor, wenngleich es "offenbar erste Überlegungen" gibt, bestätigte Boßlet entsprechende Merkur-Informationen.

Auch wenn am Freitag die neue Landeskonservatorin Roswitha Kaiser für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, fürchtet der Homburger Gartenbauexperte Georg Dhom unter Verweis auf "Zweibrücker Kreise", dass der Denkmalschutz nun kurz bevorsteht. Die Verwaltung wolle dagegen juristisch vorgehen. Auch habe der UBZ einen Teil des Rosengartens für einen Grillplatz im Rahmen des Projekts "Stadt am Wasser" freigegeben. Dieser befinde sich zwar nicht in einem historisch bedeutsamen Gebiet - dies verdeutliche aber die Tendenz des UBZ, das Garten-Erbe zu vernachlässigen.

In der Tat sieht Werner Boßlet mögliche Einschränkungen durch den Denkmalschutz kritisch: "Wenn es Regelungen gibt, die die Attraktivität massiv einschränken oder einstauben, sodass wir nur noch eine Puppenkiste haben, die nicht gestaltet werden kann, dann werde ich sicherlich den Stadtrat bitten, dagegen juristisch vorzugehen." Der UBZ hatte 2011 die Verantwortung für das Zweibrücker Stolzobjekt übernommen. "Wir geben uns die letzten Jahre Mühe, den Garten attraktiv zu gestalten. Sollte das nur noch stark reduziert möglich oder mit erheblichen zusätzlichen finanziellen Belastungen verbunden sein, muss die Stadt überlegen, ob sie bereit ist, das zu akzeptieren."

Zuletzt hatte sich im Oktober 2014 der Hauptausschuss einmütig gegen den Denkmalschutz ausgesprochen. Die Stadt kann aber von der GDKE überstimmt werden. Boßlet betont, dass der UBZ nicht von sich aus eine Klage anstrengen werde. Einen solchen Schritt abzusegnen liege nur im Ermessen des Stadtrats.

Oberbürgermeister Kurt Pirmann erklärte, man müsse erst den Bericht der Denkmalschützer abwarten und Gespräche führen. "Erst dann wird sich eine Abwägung ergeben, ob man damit leben kann. Vorher gibt's keine definitive Entscheidung."