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Boßlet: Genug Platz für Asbestmüll auf der Mörsbacher Deponie

Zweibrücken. Der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken lagert seit Jahren umstrittenen Asbestmüll aus Italien auf seiner Mörsbacher Deponie ein. Kritiker fürchten, dass da der Platz für regionalen Asbest müll knapp werden könnte. Befürchtungen, die UBZ-Chef Werner Boßlet aber nicht teilt. Eric Kolling

UBZ-Chef Werner Boßlet rechnet nicht damit, dass es perspektivisch auf der Zweibrücker Mülldeponie schwierig werden könnte, regionalen Asbestmüll aufzunehmen. Vielerorts ist auch in Zweibrücken und Umgebung seit den 60ern etwa auf Dächern, in Bodenbelägen oder Wandisolierungen Asbest verbaut. Die Gefahren des Stoffes hatte am Montag, 15. August, die ARD-Dokumentation "Asbest - die tödliche Faser" einem größeren Publikum vor Augen geführt. Asbest galt einst als Wunderfaser und kam bis in die 90er zum Einsatz. Auch Boßlet hat den Film gesehen.

Ihm ist aber auch für den Fall nicht bange, dass in absehbarer Zeit bei Renovierungen viel regionaler Asbestmüll anfällt. "Wir haben für 30 bis 35 Jahre Entsorgungssicherheit durch den Ausbau der Deponie", erläutert Boßlet und fügt an: "Es gibt keine bessere Entsorgungsmöglichkeit als bei uns." Da das Material hochgefährlich und krebserregend ist, wenn man es bearbeitet und die Fasern einatmet, muss es auf Deponien entsorgt werden. Nach Mörsbach wird es angefeuchtet und verpackt in Anliefersäcke, sogenannte Big Bags gebracht und dann mit Erde bedeckt.

Früher sei Asbest zerkleinert und für den Wegebau benutzt worden - das Schlimmste, was man habe tun können. Italienische Firmen liefern seit Jahren Asbestmüll aus ihrer Heimat auf die Zweibrücker Mülldeponie, entsprechende Verträge laufen weiter. OB Kurt Pirmann hatte in der Debatte um die Erweiterung der Mülldeponie 2014 zwar im SWR betont, diese Verträge kündigen zu wollen. Dazu kam es aber nicht. Vonseiten der Kritiker , etwa der Bürgerinitiative Mörsbach, hatte es heftigen Gegenwind dafür gegeben, dass man Asbest müll aus der Fremde aufnimmt, und so später die Kapazitäten für die regionale Entsorgung einschränke. Für Boßlet spielt bei dem Thema das Geld die Hauptrolle. Befrage man zehn Bürger nach ihrer Haltung, seien neun für Mülltourismus, wenn sie dafür nicht tiefer in den Geldbeutel greifen müssen, um ihren Abfall zu entsorgen. "Sobald es ums Geld geht, ist das Thema erfahrungsgemäß vom Tisch."