| 23:41 Uhr

Blue Mace in ACH-Eventhalle
Gute-Laune-Funk vor wenigen Zuhörern

Spielfreudig trotz geringer Zuhörerzahl: Blue Mace aus Kaiserslautern traten in der Zweibrücker ACH-Eventhalle auf.
Spielfreudig trotz geringer Zuhörerzahl: Blue Mace aus Kaiserslautern traten in der Zweibrücker ACH-Eventhalle auf. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Die Kaiserslauterer Band Blue Mace war mit ihrer „Acoustic Street Tour“ in der ACH-Eventhalle zu Gast. Von Sebastian Dingler

Das hätte alles so schön sein können: Da spielt freitagabends eine gute Band in der ACH-Eventhalle mit vielen tanzbaren Rhythmen, mit tollen Solisten und einem sympathischen Sänger – doch dann fanden nur eine handvoll Zuschauer den Weg aufs Flughafengelände. Folgerichtig hielt sich die Stimmung ein wenig in Grenzen. An der Band Blue Mace lag das wirklich nicht, die Kaiserslauterer machten sehr professionell das Beste aus der Sachlage und spielten, als sei die Hütte voll.

Die von Sänger Frank Dressing und Gitarrist Michael Gehring geführte Formation ist gerade unterwegs auf ihrer „Acoustic Street Tour 18/19“, wie das Konzertplakat verriet. Dabei erfuhr sie Unterstützung von Helmuth Engelhardt (Saxofon), Stefan Schöner (Keyboards), Jörg Kirsch (Bass) und Thomas Rieder (Schlagzeug). Hauptsächlich Songs aus eigener Feder gab es da zu hören, nur dann und wann lockerte ein bekanntes Soulstück das Repertoire auf. Die Lieder haben Dressing und Gehring gemeinsam geschrieben, wie sie im Gespräch mit dem Merkur äußerten. „Jeder hat mal eine Idee und dann gucken wir, was dabei rauskommt“, so Gehring. Seit zehn Jahren machen die beiden Musik miteinander; vorher und parallel spielten und spielen sie auch in Coverbands. Aber der Wunsch, eigene Songs zu komponieren war ausschlaggebend dafür, dass Blue Mace entstand.

Zunächst begannen Dressing und Gehring als reines Akustikduo. Dann kamen immer mehr Musiker hinzu, sodass da plötzlich neun Leute auf der Bühne standen. „Das wurde dann einfach zu schwierig, noch geeignete Auftrittsorte zu finden. Also haben wir uns noch mal auf unsere Anfangszeit besonnen und beschlossen, einfach zurückzugehen und das Ganze akustisch zu interpretieren“, meinte Gehring. Allerdings, so ganz puristisch sahen Blue Mace das mit dem Akustischen nicht. Außer dass Gehring anfangs zur Akustikgitarre griff (auch Dressing nahm die bei einem Stück zur Hand), unterschied sich die Band vom Sound her nicht von elektrisch spielenden Formationen. Das tat aber keinen Abbruch. Gerade die tollen Hammond-Orgel-Soli von Stefan Schöner hätte man nur ungern gegen Klaviertöne ausgetauscht. Wie schon erwähnt, strahlte die Band ihre Spielfreude auch auf die wenigen Zuhörer aus. Besonders Sänger Franz Dressing war es anzumerken, dass er einfach gerne auf der Bühne steht, egal ob da nun zehn, hundert oder tausend Leute zuhören. Neben Stefan Schöner konnte auch Helmuth Engelhardt besondere solistische Glanzpunkte setzen.



Die wenigen Coversongs kennzeichneten die Stilistik von Blue Mace: Beschwingt und funky sollte es sein und gute Laune verströmen. So kamen Titel wie „Knock on Wood“ oder „Long Train Running“ zu Gehör. „Mit solcher Musik sind wir aufgewachsen, das hat unseren Stil geprägt“, meinte Dressing. Und danach klangen die Blue Mace-Stücke auch: Nach Gute-Laune-Funk. Das hätte sicher auch eine größere Mende Zuhörer begeistert.

Der Betreiber der ACH-Eventhalle, Thorsten Albrecht, führte den schwachen Zuspruch auf die zahlreichen Konkurrenzveranstaltungen am letzten Freitag zurück.