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Kommentar zur Feuerwehr
Blindes Vertrauen ist gefährlich

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Der Zweibrücker Stadtrat gilt ja durchaus als debattierfreudig. Umso merkwürdiger, in welche blinde Autoritätshörigkeit er manchmal verfällt, wenn besonders respektierte Amtsträger etwas entschieden vortragen. Von Lutz Fröhlich

So hatte die Feuerwehr schon vor einem Jahr im Merkur Alarm geschlagen, sie komme oft später als erlaubt zu Bränden und brauche deshalb doppelt so viel hauptamtliche Kräfte. Nachdem Oberbürgermeister Kurt Pirmann dieser Forderung im Stadtrat eine klare Abfuhr erteilte, verfielen sämtliche Ratsmitglieder ins Schweigen – bis Stadtfeuerwehrinspekteur Frank Theisinger diese Woche im Stadtrat das Gleiche (mit einigen Details mehr) nochmal vortrug. Obwohl er nun sogar eine Vervierfachung forderte, stellten sich plötzlich alle Fraktionen dahinter. Dabei lagen damals wie heute kritische Fragen nahe: Redete Pirmann Gefahren klein, übertreibt diese die Wehr? Ich frage mich zwar schon lange, warum Polizisten und Lehrer völlig selbstverständlich hauptamtlich arbeiten, doch die ebenfalls anspruchsvolle Feuerwehrarbeit fast nur ehrenamtlich bleibt. Aber: Will der Rat den Wehr-Wunsch erfüllen, MUSS er diesen sehr kritisch prüfen. Sonst verwehrt die ADD der hoch verschuldeten Stadt neue Stellen! Denn noch muss die Wehr laut Gesetz eine Freiwillige sein. Vor einer Vervielfachung der Hauptamtlichen-Stellen könnte die ADD die Stadt auch fragen, warum sie keine Werbekampagne startet, um wieder mehr Freiwillige zu gewinnen.