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Streit um Bestand der Anlage
Bewährungssaison für den Minigolfplatz

Vor einer ungewissen Zukunft: Der Minigolfplatz an der Schließ.
Vor einer ungewissen Zukunft: Der Minigolfplatz an der Schließ. FOTO: Milena Lahmeyer / Milena LahmeyerMelina
Zweibrücken. Die Zukunft der Anlage steht mehr denn je auf der Kippe. Eigentümer Gewobau erklärt auf Anfrage: „Wir haben bei uns wirklich wichtigere Aufgaben.“ Pächter Roland Zadra wehrt sich gegen Vorwürfe, den Platz zu spät geöffnet zu haben. Von Mirko Reuther

Rolf Holzmann klingt, als  würde er das Gespräch am liebsten beenden, bevor es begonnen hat. „Der Minigolfplatz – das leidige Thema“, stöhnt der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau) Zweibrücken gleich zu Beginn des Telefongesprächs mit dem Merkur.

Die Gewobau ist die Eigentümerin des Minigolfplatzes in der Freizeitanlage an der Schließ. Doch die Zukunft des Platzes steht auf der Kippe. Er muss im Herbst dichtmachen – sofern er in dieser Saison nicht bedeutend öfter genutzt wird als in den vergangenen Jahren. Die Bewährungssaison hat seit Samstag begonnen. Wie groß der Andrang der Spieler seitdem gewesen ist, wusste Holzmann aktuell nicht. „Wir haben bei uns wirklich wichtigere Aufgaben, wenden Sie sich an den Pächter, den wir mit der Aufgabe betraut haben“, sagte er.

Seit 2014 wird die Anlage von der Gewobau an die Parkbrauerei und von dieser an die Roland Zadra Hotellerie Service KG verpachtet. Auch dort  reagiert man zunächst zugeknöpft. Zu oft habe man zu dem Thema bereits Stellung beziehen müssen – und überhaupt sei die Gewobau der bessere Ansprechpartner,  moniert Geschäftsführer Roland Zadra. Auf Nachfrage berichtet er aber, dass an den ersten drei Tagen nach der Öffnung etwas mehr als 100 Personen die Minigolfanlage genutzt hätten: „Am Sonntag waren es knapp über 80. Am Samstag 20. Am Montag war niemand da. Unter der Woche wird sich daran bis zum Beginn der Ferienzeit auch nicht viel ändern“, sagt Zadra. Er ergänzt: „Insgesamt ist die Nutzung wie in den Jahren zuvor: überschaubar.“

Das sehen aber nicht alle so. Die Zadra-Gruppe und die Gewobau sehen sich dieser Tage der Kritik von Patrick Lang ausgesetzt, der den Platz zwischen 2004 und 2013 betrieben hatte. „25 Grad. Am Rosenweg und im Bereich des Valentins Biergarten ist viel los. Aber der Minigolfplatz ist zu! Wie kann man diese Freizeitanlage nur so stiefmütterlich behandeln, welche früher mehrere tausend Besucher im Jahr hatte“, wetterte Lang Anfang vergangener Woche auf Facebook. Seiner Meinung nach hätte der Golfplatz zwingend am Wochenende des 7. und 8. April seine Pforten öffnen müssen. Dem Betreiber seien damit alleine an einem Tag rund 150 Minigolfer durch die Lappen gegangen, meint Lang. Er kritisierte: „Einerseits unterstellen die Verantwortlichen mangelndes Interesse der Bevölkerung, lassen dann die Anlage bei Kaiserwetter aber komplett zu! Ich bin traurig und zugleich wütend.“ Unter seiner Wortmeldung bei Facebook vermuteten Diskussionsteilnehmer gar, dass der Erfolg des Minigolfplatzes absichtlich torpediert werde, weil man die Fläche lieber für „lukrative, gewinnbringende Ferienhäuser“ nutzen wolle.

In der Tat hat die Gewobau keinen Hehl daraus gemacht, dass sie mit dem Bau von Ferienhäusern liebäugelt. In Stein gemeißelt schien das aber nicht. Die Gewobau hatte sogar zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen und um Vorschläge gebeten, was auf der rund 2000 Quadratmeter großen Fläche realisiert werden könnte, falls die Minigolf-Anlage einmal nicht mehr existiere. „Es gab dazu aber bis heute keinen Rückläufer“, sagt Holzmann. Dass die Entscheidung zugunsten der Ferienhäuser schon gefallen sei, verneint er aber: „Wir werden abwarten und nach der Saison Bilanz ziehen. Das ist in der Regel Mitte Oktober.“

Beim Betreiber Zadra wehrt man sich indes gegen den Vorwurf, dass man den Platz schon früher hätte öffnen müssen. „In der Vergangenheit fiel der Saisonstart auf die Eröffnung des angrenzenden Biergartens. Die war normalerweise am 1. Mai. Wir haben auf das gute Wetter reagiert und zwei Wochen früher geöffnet als gewöhnlich“, sagt Zadra.

Bessere Aussichten hätte der Minigolfplatz vermutlich, wenn die Stadt das Angebot in der unmittelbaren Umgebung aufwerten würde. Etwa wie in der Vergangenheit mit einem Tretboot- und Go-Karts-Verleih. Doch da der Verleih seinerseits von der Golfanlage profitiert – und deren Zukunft auf der Kippe steht – scheut die Stadt offenbar Instandsetzungskosten von Karts und dem Bootsteg, die sich im niedrigen fünfstelligen Bereich bewegen sollen. Zur Rettung der Golfanlage ist also vor allem eines nötig: mehr Spieler.  Die Jusos, die um den Erhalt der Anlage kämpfen (wir berichteten), planen im Frühjahr ein offenes Minigolf-Turnier. Ob das reicht, um den Platz auch in der kommenden Saison zu erhalten? „Derzeit stehen die Chancen schlecht“, sagte Holzmann bereits im Januar.