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Landgericht
Betrugsprozess: Geldbote und Schwester sagen aus

Zweibrücken. Immobilienmaklerin soll Mann um 107 000 Euro erleichtert haben: Am Freitag sagten der Freund des Opfers und zwei weitere Zeugen am Landgericht aus. Von David Oliver Betz

Am Freitag ging der Prozess wegen Betruges gegen eine Immobilienmaklerin aus Zweibrücken am Landgericht weiter. Die Frau soll einen Mann um 107 000 Euro erleichtert haben, sein Haus wurde allerdings nie verkauft (wir berichteten). Gestern wurde der beste Freund des Mannes gehört, der an diversen Geldübergaben beteiligt war, sowie ein Geschäftspartner des Mannes und die Schwester des Geschädigten.

Eigentlich sollte die Angeklagte eine Immobilie im Saarland für den Geschädigten verkaufen. Dafür verlangte sie immer wieder dubiose Zahlungen für Notare, Banken und mehr. Am Ende hatte sich der Mann bei seiner Familie hochverschuldet, hatte 107 000 Euro gezahlt und sein Haus war er immer noch nicht los.

Einige der Geldübergaben hatte ein Freund für ihn erledigt. Dieser sagte aus, dass er das als Freundschaftsdienst übernommen habe, weil sein Freund mit seiner Bäckereifiliale bei Kaiserslautern ausgelastet gewesen sei. So habe er der Angeklagten mehrere tausend Euro bei Terminen übergeben. Seine Vernehmung gestaltete sich etwas langatmig, da der Zeuge sich an vieles kaum erinnern konnte.



Aufschlussreicher war die Vernehmung eines Geschäftspartners. Der Geschädigte hatte Sorge, ob das mit der Bäckerei alles so laufen würde, wie erhofft. Daher fasste er wohl ins Auge, via Franchise in die Gastronomie einzusteigen. Dafür hätte er 100 000 Euro investieren müssen. Während der Geschäftspartner und der Geschädigte die Finanzen des Bäckers abklopften, stieß der Geschäftspartner auf einige Ungereimtheiten und auf die Zahlungen an die Immobilienmaklerin. Dies brachte er gegenüber dem Geschädigten zur Sprache und letztendlich kam es so zur Anzeige und dem Prozess. Der Mann präsentierte ein Schreiben der Angeklagten an die Firma, für die er arbeite. Darin wurde in harschem Ton von Verleumdung gesprochen und der Brief enthielt subtile Drohungen mit rechtlichen Schritten. Bei einem der kommenden Gerichtstermine soll er weiter vernommen werden.

Ebenfalls vor Gericht erschien die Schwester des Geschädigten. Sie hatte dem Angeklagten 10 500 Euro geliehen, ebenfalls zur Zahlung an die Maklerin. Da der Geschädigte das Geld bis heute nicht zurückzahlen konnte, herrscht ein angespanntes Verhältnis zwischen beiden. Die Schwester gab einen Einblick in das Familienleben, das offenbar stark unter dem Geschehenen leidet. Denn der Geschädigte hatte sich auch große Summen von den Eltern geliehen, um den Zahlungen an die Maklerin nachkommen zu können.

Am 17. Oktober wird der Prozess fortgesetzt.