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Zweibrücker Kammerorchester
Bernd Wilms sagt Servus

Das Zweibrücker Kammerorchester bei Proben im Foyer der BBS.
Das Zweibrücker Kammerorchester bei Proben im Foyer der BBS. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Abschiedskonzert mit Werken von Scarlatti, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy in der Karlskirche. Von Peter Fromann

Bernd Wilms, Musikpädagoge am Helmholtz-Gymnasium, verabschiedet sich in den Vorruhestand. Zugleich gibt er die Leitung des Zweibrücker Kammerorchesters in jüngere Hände. Er wählte für sein letztes Konzert mit dem Zweibrücker Kammerorchester am 27. Mai um 17 Uhr in der Karlskirche Werke von Scarlatti, Mozart und Mendelssohn-Bartholdy aus, also vom Barock über die Wiener Klassik hin in die Romantik. Es verwundert nicht, wenn Wilms am Ende seines beruflichen Lebens ins Philosophieren kommt. Er zitiert Wolfgang Hildesheimer aus dessen bedeutendem Essay „Mozart“. „In seiner Partitur fehlt die Stimme des bewussten Erlebens und seiner Verarbeitung“. Wilms nimmt Stellung: „Wäre es nicht aber auch anzunehmen, dass in das Werk etwas von seinem Erleben einfließt?“ Und über Mendelssohn-Bartholdy sagt Wilms: „Der junge Komponist liebte das Überallher der Inspiration, also keine Übung, kein Plagiat, sondern selbstgesetztes Echo.“ Für Wilms bedeutet Beschäftigung mit der Musik, wie man schließen darf, wohl ebenso das Miteinfließen eigenen Erlebens und Empfindens.

Zur Aufführung kommen: "Die Serenade für Streicher", (nach den Sonaten K1, K87, K 487, arrangiert von Bernd Wilms) von Domenico Scarlatti. „In glücklicher Vergessenheit spielte der Komponist mit der spanischen Königin Cembalo“, olala! Als sein Vater stirbt, schreibt er plötzlich über 500 Sonaten, ein außerordentliches Lebenswerk. Scarlatti ist ein Meister der prägnanten und zugespitzten Form.

"Sinfonia Concertante" für Violine, Viola und Orchester, KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart. „Hier mischt sich Ästhetisches mit Existenziellem.“ Die Heiterkeit des dritten Satzes als Ausdruck „heiler Welt“, würde man heute vielleicht sagen. Und auch die "Die Sinfonie Nr. 7 d-Moll für Streicher" von Mendelssohn-Bartholdy wird gespielt.



Als Solisten wirken mit: Martin Ruppert vom Saarländischen Staatorchester und Tochter Johanna Ruppert aus Zweibrücken, Violine. Sie studierte an der Hochschule für Musik in Weimar, später in Zürich und Graz. Und sie spielte bereits in der Elbphilharmonie, dem Musentempel der Gegenwart schlechthin.

Karten sind im Vorverkauf in der Schlossapotheke erhältlich.