| 22:42 Uhr

Prunksitzung kam gut an
Begeisterung pur in Hornbach

Die Hornbacher Fasenacht war wie eh und je ein Ereignis der Superlative - hier der Auftritt der Feuerwehrband.
Die Hornbacher Fasenacht war wie eh und je ein Ereignis der Superlative - hier der Auftritt der Feuerwehrband. FOTO: Norbert Schwarz
Hornbach. 350 Zuschauer kommen bei einer rund fünfstündigen Prunksitzung voll auf ihre Kosten. Eine Rakete nach der anderen explodierte. Von Norbert Schwarz

Über zwei Jahrzehnte hinweg lassen es die Hornbacher Narren mit denen aus Mauschbach bei Prunksitzungen krachen. Am Samstag glich die auf Narretei getrimmte Pirminiushalle einem Tollhaus, zusammen mit dem Elferrat und Sitzungspräsidenten waren auf der Bühne 88 Narren aktiv und brannten ein Feuerwerk der guten Laune ab, wofür es eine Rakete nach der anderen als Anerkennung gab.

„Hornbach is great“ war auf großen bunten Lettern unter dem Podium des Elferrates zu lesen. Der wortgewaltig-humorige Büttenbeitrag des Tausendsassas Christian Dörr stellte fest: Hornbach ist die geilste Stadt der Welt. Dabei mussten die rund 350 Besucher nicht auf das eingestimmt werden, was sie rund fünf Stunden hindurch bei Feierlaune halten sollte. Nach dem furiosen Auftakt der Gardemädchen und der Nachwuchs-Gardetänzerinnen malträtierten die „Flintenweiber“ aus Hornbach-Ost, also Mauschbach, die Lachmuskeln aller. Elisabeth Braun, Gerdi Dahlhauser Astrid Grünagel, Fabienne Lauber, Hildegard Neufang, Luisa und Petra Lauer, Silvia Kolb, Stefanie Krippleben und Ute Ramminger hatten sich großartig herausgeputzt, salutierten mit ihren Handtaschen, so wie es sich für Flintenweiber geziemt, um dann a-cappella den Narren zu vermitteln, was  ihre Absicht an diesem Abend auf der Hornbacher Bühne sei: „Männer gut aussehend und mit Geld zu ergattern.“ Ob bei soviel Frauenpower gestandene Mannsbilder nicht klein beigeben mussten, war auch nach Veranstaltungsende nicht zu erfahren, dafür aber stieg nach diesem ersten Bühnenauftrag die erste Rakete hoch. 

Kurzfristig geändert wurde letztes Jahr das Programm, denn Gundi Huber hatte sich beim Skifahren verrenkt. Diesmal erschien sie als „Lädierte Skifahrerin“ im passenden Outfit auf der Bühne und ließ mächtig Dampf ab. Die Narrenschar fand es ergötzend, „ihre Gundi“ wieder in der Mitte zu haben. Dass lange weiße Unterhosen alles andere als „schnöde Liebestöter“ sein müssen, bewiesen Andrea Brill, Corinna Conrad, Nathalie Feix, Sabine Kreischer, Esther Riedinger, Nancy Schindler, Bianca Weber und Gerda Wendel. Sei es auf dem Marsch durch die Wüste, im Eis und Schnee und auch schon mal als simpler Lendenschurz. Wenn zwei Mauschbacher Urgestirne der Hornbacher Narretei im Zwiegespräch „auspacken“, dann muss die Saalstimmung explodieren, so gesehen bei Gerdi Dahlhauser und Petra Lauer. Da tobte das Narrenvolk. Matteo Genova, Billy Billert, Volker Löckelt und Markus Panther, sorgten wie gewohnt mit ihrer Jonglage für Furore, Dennis Beutner, Jörg Dincher, Jürgen Penner, Marco Hunsicker und André Schneider waren als Tanzbärchen eine Augenweide, beim Stepp der Bauarbeiter bewies sich das glänzende Einvernehmen der Stadtbewohner zu den Bauarbeitern die die Hauptstraße erneuerten, denn die hatten sich in der Ausbauzeit angefreundet und wollten unbedingt zur Hornbacher Fasenacht einen Beitrag leisten, was ihnen restlos gelang. 



Das Allerbeste kam wie immer zum Schluss. Christian Dörr schlüpfte ins Kostüm des wortgewaltigen Entertainers, drehte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker, Bürgermeister Reiner Hohn und den Sitzungspräsidenten Tino Weber durch die Wissensmühle vor so großem Publikum, hatte bei Jürgen Gundacker wieder eine Reibefläche gefunden und konnte sich auch die Seitenhiebe auf die Verwandtschaft von Reiner Hohn nicht ganz verkneifen. Wahrlich großartig der Schlusspunkt mit dem überzeugenden und begeisternden Live-Auftritt der Feuerwehrband die mit Benjamin Schmidt, Oliver Feix, Olly und Uwe Brill, Marc-Kevin Brand, Julian Paulus, Alain Wurtz, Sven Bischoff, Eric Schneider und dem singenden Front-Duo Michael Conrad und Lea Müller die Pirminiushalle nochmals zum  Beben brachte. Viele hielt es nicht mehr auf den Stuhlreihen, auf Tischen wurde getanzt, die Halle war ein einziges Tollhaus. Schöner kann heimische Fasenacht nicht sein.

Christian Dörr (li.) teste die politische Bildung von Jürgen Gundacker, Reiner Hohn und Sitzungspräsident Tino Weber (v.l.n.r.).
Christian Dörr (li.) teste die politische Bildung von Jürgen Gundacker, Reiner Hohn und Sitzungspräsident Tino Weber (v.l.n.r.). FOTO: Norbert Schwarz