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Kritik und Zustimmung für Bahnhaltepunkt Rosengarten
Geldverschwendung oder Aufwertung der Stadt?

Zweibrücken. Die Schienenfreunde und der Zweibrücker SPD-Ortsverein wehren sich gegen Kritik am geplanten Bahnhaltepunkt Rosengarten. Von Martin Wittenmeier

Bereits 2007 hatte der Zweibrücker Stadtrat den Bau des Bahnhaltepunkts Rosengarten beschlossen. Mehr als zehn Jahre lang wurden diese Pläne aber ausgebremst. Immer wieder gab es Streit über die Sinnhaftigkeit des Bahnhaltepunkts. 2016 hatte Stadtsprecher Heinz Braun das Projekt sogar für „politisch tot“ erklärt. Doch im OB-Wahlkampf vor wenigen Wochen kam das Thema wieder ins rollen. Ende November schließlich stellte der Hauptausschuss in seinem Haushaltsentwurf Geld für das Vorhaben bereit. Für das kommende Jahr sollen 200 000 Euro, in den Jahren 2020 und 2021 jeweils 600 000 Euro in den Bahnhaltepunkt fließen (wir berichteten).

Doch es gibt auch Kritiker. Als „sinnlose Geldverschwendung“ titulierte Jürgen Heidenreich das Projekt in einem Leserbrief vom 27. Oktober. Es handele sich um ein „reines Prestigeobjekt“. Ganz ähnlich sieht es Klaus Hecht (5. Dezember). „Das Geld wäre in unserer Stadt an anderer Stelle besser aufgehoben“, schreibt er und verweist darauf, dass der Stadtrat stattdessen Gelder für „die Digitalisierung an unseren Schulen“ abgelehnt habe.

Bernhard Marschall vom Verein zur Förderung des Schienenverkehrs in und um Zweibrücken verteidigt das Projekt an der Landauer Straße. Im Umkreis von 600 Metern des geplanten Bahnhaltepunkts befinden sich laut Marschall Rosengarten, Rosengartenhotel, Freibad, Hallenbad, Rennwiese, Westpfalz-Stadion, Dieter-Kruber-Halle, Tennisplätze, Hofenfels-Gymnasium, Biergarten und der Rosenweg zur Fasanerie. Auch die Niederauerbach-Kaserne sei von hier aus zu Fuß gut zu erreichen.



Besonders Schüler aus dem Schwarzbachtal profitierten vom neuen Haltepunkt. Statt bis zum Hauptbahnhof zu fahren und von dort mit dem Bus in die Gegenrichtung, könnten sie ihre Schulen fußläufig erreichen, betont Marschall. Es gebe rund 500 Fahrschüler aus dem Schwarzbachtal, davon habe über die Hälfte einen Bahn-Fahrausweis. „Unterrichtsgänge, Wandertage und Schulfahrten mit der Bahn wären einfacher zu organisieren und sicherer durchzuführen“, findet Marschall.

Auch die Anwohner des Fasaneriebergs sowie der Landauer- und der Hofenfelsstraße profitierten. Der Haltepunkt am Rosengarten sei daher kein Prestigeobjekt und keine Geldverschwendung, so Marschall.

Unterstützung erfährt er vom Thorsten Gries, dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Zweibrücken. Ein Bahnhaltepunkt Rosengarten wäre an der geplanten Stelle mit einem Park-and-Ride-Parkplatz und modernen Fahrradboxen nicht nur eine Aufwertung des gesamten Platzes, sondern auch ein Standbein für das Tourismuskonzept der Stadt, schreibt er. Von diesem Haltepunkt aus seien die Bäder, der Rosengarten, Biergarten, die Sportanlagen sowie die Naherholungsgebiete Fasanerie und Heilbachtal auf kurzen Wegen zu erreichen.

Ein ganz wichtiger Aspekt werde ab dem Jahr 2023 eintreten, wenn die S-Bahn von Zweibrücken nach Homburg angebunden ist, betont Gries. Viele Arbeitnehmer würden die kostengünstigere Bahnverbindung dem Auto vorziehen, um an ihren Arbeitsplatz zu kommen. „Dann brauchen wir diese Haltepunkte mit Parkplatzangebot in der Stadt und der Region.“