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Grenzüberschreitender Naturpark
Bauen an der Biosphären-Brücke

 Der Natur sind Grenzen egal, darum sollte auch ein Naturschutzgebiet grenzüberschreitend sein können.
Der Natur sind Grenzen egal, darum sollte auch ein Naturschutzgebiet grenzüberschreitend sein können. FOTO: pm / leh
Zweibrücken. Auch die Stadt will sich dem Projekt wieder intensiver widmen. Von Norbert Rech

Geht es nach der Stadt und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, dann könnte das etwas ins Stocken geratene Projekt einer Biosphärenbrücke zwischen dem Pfälzerwald, den Nordvogesen und dem Bliesgau endlich in Angriff genommen werden. Ein entsprechendes Gespräch hat Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) vor kurzem gemeinsam mit den Naturschutzbund (Nabu) Zweibrücken mit der Landesregierung geführt.

Der Nabu regte eine solch symbolische Brücke, die er sich als Naturpark vorstellen kann, bereits vor viereinhalb Jahren während einer Veranstaltung zur Stadt-Umland-Strategie an. Bei der Studie geht es darum, wie Zweibrücken und das Umland sich in den nächsten 15 Jahren positiv entwickeln können. Vom Land sind hierfür im Zuge der Schließung des Zweibrücker Flughafens und der daraus folgenden Nachteile für die Region finanzielle Förderungen in Aussicht gestellt worden.

Gundacker sieht bei der Biosphärenbrücke vor allem Potenzial im Bereich des Tourismus und der Naherholung. So strebt er den Ausbau von Rad- und Wanderwegen an, um seine Kommune noch attraktiver zu machen. Ein entsprechendes Konzept soll in Kürze ausgearbeitet und in Mainz präsentiert werden.



Auch die Stadt Zweibrücken wird sich mit dem Thema noch einmal eingehend beschäftigen. Pressesprecher Heinz Braun verweist auf einen Brief, den die Bürgermeister der betroffenen Kommunen an die Landesregierung geschickt haben. Dabei hätten sie sich auch entsprechende Vorschläge der Ministerien erhofft, die aber bisher ausgeblieben seien. So gehe es unter anderem auch darum, ob der vom Nabu ins Spiel gebrachte Naturpark realisiert werden könne.

Gundacker will nun das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen und im Verbandsgemeinderat über das fertige Konzept und gegebenenfalls den Auftrag einer eigenen Machbarkeitsstudie im Rat abstimmen lassen. Erst wenn diese vorliege, sei es sinnvoll, die benachbarten Kommunen enger einzubinden. Dann seien Ziel und Kosten klar definiert. Doch schon jetzt gibt es positive Signale aus Blieskastel. Die dortige Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener sieht in einem größeren Angebot die Chance, Urlauber auch für längere Zeit in der Region zu halten und diese auch als Gesamtes zu vermarkten.