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Windkraft
Bauausschuss sieht Stadt auf sicherer Seite

Rund um Zweibrücken stehen schon seit Jahren etliche Windräder, wie hier auf der Sickinger Höhe bei Rosenkopf. Auch künftig wird es aber auf städtischer Gemarkung wohl nicht viele Windräder geben: Nur auf der Weißen Trisch sieht die Stadtverwaltung Potenzial.
Rund um Zweibrücken stehen schon seit Jahren etliche Windräder, wie hier auf der Sickinger Höhe bei Rosenkopf. Auch künftig wird es aber auf städtischer Gemarkung wohl nicht viele Windräder geben: Nur auf der Weißen Trisch sieht die Stadtverwaltung Potenzial. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Dank der Prüfung des verworfenen Windrad-Standortes Buchwald erlange man Kontrolle darüber, wo Investoren Anlagen errichten dürfen. Von Eric Kolling

Am Ende dominierten Freude, Erleichterung und eine überraschend einstimmige Entscheidung: Der Bauausschuss hat sich in seiner gestrigen Sitzung für das Windkraftgebiet „Auf der Weißen Trisch“ ausgesprochen. Was die Freude auslöste: Die zweite geprüfte Zone im Buchwald wird wie vorgeschlagen nicht weiterverfolgt. Das verfolgten Mitglieder der Bürgerinitiative Pro Dörrenbachwald um Initiator Manfred Dörner auf den Besucherrängen. Deren Einsatz lobte Mittelbachs Ortsvorsteher Kurt Dettweiler (FWG) ausdrücklich. 219 Bürger und dazu noch Fachbehörden hatten sich mit Stellungnahmen und Einwänden im Verfahren beteiligt. Und im nächsten Schritt, der geplanten öffentlichen Auslegung des Flächennutzungsplans, können sie sich wieder einbringen.

Achim Später, der zuständige Projektleiter des Planungsbüros Argus Concept, hatte zuvor darauf hingewiesen, dass man keine Zonen von vorneherein habe ausschließen dürfen. Denn nur wenn die Stadt auch nur eine Zone im Flächennutzungsplan ausweise, habe sie die Kontrolle darüber, dass potenzielle Investoren auch nur dort und nicht überall im Stadtgebiet Windräder errichten könnten. Es sei ganz wichtig, dass Zweibrücken nun eine ausgewieene Fläche habe, sagte Bürgermeister Christian Gauf (CDU), sprach dabei gefühlt fast allen Ausschussmitgliedern aus den Herzen und betonte die Rechtssicherheit des Verfahrens.

Grünen-Fraktionschef Norbert Pohlmann sah die Stadt jetzt auch „auf der sicheren Seite“, und betonte, dass „weder Stadtvorstand noch Stadtrat noch Argus im Buchwald Windräder hätten bauen wollen“. Dieses Gelände aber im umfangreichen Verfahren abzuklopfen (und dessen Untauglichkeit jetzt festzustellen) sei zentral für die Steuerung der Windkraft in der Stadt gewesen. Auch Dirk Schneider (SPD) erinnerte daran, dass man „sehr gut nachweisen“ müsse, dass die anderen Bereiche ungeeignet seien. Später erläuterte, dass man andere Bereiche nur herausnehmen dürfe, wenn das gut fachlich-methodisch unterfüttert sei. „Wenn das Gelände auf der Weißen Trisch auch nicht genehmigt würde, mahnte er, könnte die Stadt keine Konzentrationszone ausweisen. „Dann kann ein Investor für eine X-beliebige Stelle einen Antrag stellen und der der wird vielleicht genehmigt.“ Die Weiße-Trisch-Fläche nehme nur 0,9 Prozent des Stadtgebiets ein.



Peter Schönborn (SPD) fügte an: „Ich hoffe, dass wir das eine Gebiet durchkriegen.“ Denn das letzte Wort hat noch der Stadtrat am 20. Juni. Bernd Helbing (FDP) sah das ganze Unterfangen indes als Einziger in einer Wortmeldung skeptisch. „Wenn ein Investor hier investieren will, muss er passende Stellen finden. Da die Windhöffigkeit hier sehr schwach ist und es so viele gesetzliche Punkte und Richtlinien gibt, die dagegensprechen würden, würde er hier eh keine Windräder hinstellen.“ Es sei also unnötig, Flächen dafür auszuweisen.

Einstimmig votierte der Ausschuss indes auch für die Teiländerung „Umfeld DOZ“ des städtischen Flächennutzungsplans. Zwar hatte den Bebauungsplan selbst der Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (Zef) geändert, dem auch die Rosenstadt angehört. Weil sie in dem Bereich aber für die Flächennutzungspläne zuständig ist, kam das Thema auch auf die Ausschuss-Agenda. Das letzte Wort hat auch hier der Stadtrat. Künftig ist dort etwa ein Teil als Gewerbegebiet ausgewiesen, außerdem ein weiterer Parkplatz fürs Fashion Outlet.