| 23:17 Uhr

Konzert in Ixheim
Barockmusik nicht nur für barocke Menschen

Das Collegio Barocco in der Friedenskirche.
Das Collegio Barocco in der Friedenskirche. FOTO: Norbert Rech
Ixheim. Das Collegio Barocco begeistert das Publikum in der Ixheimer Friedenskirche. Von Norbert Rech

Auch wenn vielen am Samstagabend nicht gerade der Sinn nach einem Konzertbesuch in geschlossenen Räumen stand, hatten die wenigen Gäste beim Auftritt des Collegio Barocco in der Ixheimer Friedenskirche ihr musikalisches Vergnügen. Los ging es mit dem Concerto D-Dur von Antonio Vivaldi, das der in Bexbach geborene Stefan Schöner (Klavier) gemeinsam mit dem Italiener Claudio Cervone (Querflöte) zu Gehör brachte. Es handelt sich hier um sehr „inniges“ Werk, das der Komponist wohl während einer Reise nach Böhmen entwickelt haben soll. Weiter ging es mit Joseph Bodin de Boismortier. Hier bewies das Duo mit „Pieces pour deux Flute Traversiere“ und „Vingte-deuxieme Suite D-moll“ sein Können.

Bei der Aufführung von Johann Sebastian Bachs Werken „Gott, wie groß ist deine Güte“ und „Dir, dir Jehova will ich singen“ kam die Zweibrücker Sopranistin Dagmar Henschke ins Spiel. Mit ihrer kräftigen hellen Stimme zeigte sie, dass sie vor allem mit ihrer Einfühlsamkeit brillieren kann. Henschke singt seit Jahren in verschieden Chören – darunter auch der Kammerchor Zweibrücken. Zu ihrem Repertoire gehören auch Konzertabende mit Werken von Dietrich Buxtehude.

Von Buxtehude hat sie am Samstag die Kantate „Singet dem Herrn“ gesungen. Rein Instrumental ging es mit der „Sonate G-moll Cembalo“ von Domenico Zipoli weiter.



Zum Schluss bewiesen alle drei noch einmal eindrucksvoll im Altarraum, dass die Zeit des Barock doch zu den prägendsten der Musikgeschichte gehört. Mit Vivaldis Kanata „All’ombra di sospetto“ unterstrich das Collegio Barocco noch einmal die sanften und behutsamen Töne des Komponisten, der hier sich den Themen Liebe und Natur widmete.

Pfarrer Martin Bach brachte es zum Schluss auf den Punkt: „Barocke Musik ist nicht nur für barocke Menschen.“ Mit Letzteren meinte er sich selbst, da er diese von seiner Statur und Leidenschaft verkörpere. Die Konzertreihe in der Friedenskirche wird bereits am kommenden Sonntag, 3. Juni, um 18 Uhr mit dem Kammerchor Portavoci unter Leitung von Nicolas Billaux fortgesetzt. Der Eintritt ist wieder frei. Mit den Spenden werden zum einen Teil die Musiker bezahlt. Das restliche Geld komme der Sanierung des Gotteshauses zu Gute.