| 23:20 Uhr

Konzert in der Festhalle
Sechs Stimmen, vier Gitarren

Geballte Gitarren- und Gesangspower brachte die Eagles-Coverband Desperado auf die Bühne der Festhalle.
Geballte Gitarren- und Gesangspower brachte die Eagles-Coverband Desperado auf die Bühne der Festhalle. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Die Band Desperado bringt die Musik der Eagles detailgetreu in die Festhalle. Von Sebastian Dingler

Als vor etwa vier Jahren der Dillinger Musiker Horst Friedrich wegen einer Hüftoperation im Krankenhaus lag und viel Zeit zum Nachdenken hatte, kam ihm die Idee, eine Eagles-Coverband aufzuziehen. Als er dann, immer noch ans Krankenbett gefesselt, dieses Vorhaben seinem alten musikalischen Wegbegleiter Peter Spang mitteilte, sagte dieser spontan: Ich bin dabei. Nach langer Suche nach geeigneten Musikern und einigen Umbesetzungen stand jetzt mit Desperado eine Formation auf der Bühne der Festhalle, die dem originalen Sound der legendären US-amerikanischen Band sehr, sehr nahe kam.

Das lag zum einen an den tollen Sängern, die Friedrich und Spang neben sich versammelt haben: Der vergleichsweise junge Gitarrist Matze Berg sang die rockigeren Nummern, Gitarrist und Sänger Christian Konrad steuerte im ersten Set zweimal den Leadgesang bei. Dazu kamen noch die Keyboarderin, Sängerin und Gitarristin Birte Steimetz, Bassist Joe Reitz und Schlagzeuger Rainer Schreier, die allesamt einen tollen Job machten.

Aus dem Umkreis von 30 Kilometern um Dillingen herum habe er die Musiker rekrutieren können, erzählte Friedrich hinterher. Die Musik der Eagles basiert ja bekanntermaßen auf vielfältigen Gitarrenklängen sowie auf einem mehrstimmigen Gesang. Vier Gitarren und sechs Stimmen braucht es eben, um ans Original heranzureichen, wobei das nicht ganz korrekt ist: Auf der Bühne befanden sich unzählige Gitarren aller Art, was längere Pausen zwischen den Songs mit sich brachte – schließlich musste ja für den reinen Wohlklang jedes Mal gestimmt werden.



Der kleine Leerlauf, den vielleicht mancher als unprofessionell hätte empfinden können, machte die Band irgendwie sympathisch bei all der Perfektion. Als Peter Spang, wohl der größte Instrumentensammler in der Band, gegen Ende die doppelhalsige Gibson SG-Gitarre in die Hand nahm, wussten Kenner sofort, weshalb er sich diese angeschafft hatte und welches Stück gleich erklingen würde: Das markante Intro des größten Eagles-Hits „Hotel California“ spielte 1976 Don Felder auf eben so einem Instrument. Bei Desperado wurde also sehr viel Wert aufs Detail gelegt.

In der Festhalle hatten sich etwa 500 Besucher eingefunden – schwer zu sagen, ob jemals eine Coverband aus der Region einen solchen Zuspruch verzeichnen konnte. Eher nicht! Das lag natürlich auch daran, dass die unvergleichliche Musik der Eagles heute noch viele Fans besitzt. Aber die darf man ja nicht enttäuschen. Wenn auch manches ganz locker und leicht klingt wie etwa der Hit „Take It Easy“ – einfach zu spielen ist das nicht. Vor allem Horst Friedrich selbst war das zu verdanken. Die hohe Tonlage von Don Henley erreichte er mühelos, ansonsten ist er der Motor des gesamten Projekts. Klar, dass das Publikum am Ende bei „Hotel California“ von den Sitzen sprang und hinterher stehenden Applaus spendete.

Anton Bixius aus Homburg meinte hinterher: „Ich fand das Konzert sehr gut, es hat meine Erwartungen übertroffen. Atmosphärisch war es superschön, auch die Halle. Ich hatte mich vorher in die Eagles noch ein bisschen reingehört.“ Melitta Mathes aus Bierbach gestand, kein eingefleischter Eagles-Fan zu sein. Dennoch sagte sie: „Schön war’s! Es war gute Stimmung, es hat mir gut gefallen. Ein paar Lieder kannte ich schon.“ Als echter Fan dagegen hatte Michael Maurer aus Miesau das Konzert besucht: „Ich fand es absolut geil. Ich hab’ die Band schon dreimal gesehen und bin immer wieder begeistert. Der Gesang ist so sauber und präzise, der Wahnsinn! ‚Seven Bridges Road‘, das war wie Zucker. Kann die Band nur empfehlen.“

Mitgerissen waren auch Marianne Sefrin und Monika Müller aus Contwig, vor allem bei „Hotel California“. „Das war ein Schlüsselerlebnis von früher, dazu haben wir immer getanzt.“