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Auslöser laut Anklage: kompromittierende Handynachrichten an den Freund
Vor Zug ins Gleisbett gestoßen: Prozess gegen 18-Jährige beginnt

 Dramatische Szenen spielten sich am 6. April am Hauptbahnhof Zweibrücken (Symbolbild) ab. Wohl nur die Geistesgegenwart einer Zeugin und eines Lokführers verhinderten, dass eine ins Gleisbett geschubst Jugendliche vom Zug erfasst wurde.
Dramatische Szenen spielten sich am 6. April am Hauptbahnhof Zweibrücken (Symbolbild) ab. Wohl nur die Geistesgegenwart einer Zeugin und eines Lokführers verhinderten, dass eine ins Gleisbett geschubst Jugendliche vom Zug erfasst wurde. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. 19-jährige Bekannte wurde im Zweibrücker Bahnhof von Augenzeugen gerettet. Landgericht verhandelt über Anklage wegen versuchten Totschlags.

Am Landgericht Zweibrücken beginnt am Montag, 12. August, ein Prozess wegen versuchten Totschlags gegen eine junge Frau. Die 18-Jährige habe am 6. April im Hauptbahnhof Zweibrücken eine 19-Jährige Bekannte ins Gleisbett geschubst – und nachdem sie herausgeklettert war, gleich nochmal, obwohl ein Zug nahte.

In der Anklageschrift wird der Angeklagten Folgendes zur Last gelegt, teilt das Landgericht mit: Die Angeklagte soll mit der 19-Jährigen und gemeinsamen Bekannten von Freitagabend bis in den Morgen des Tat-Samstags hinein alkoholische Getränke konsumiert haben. Dabei soll es zu einem längeren und heftigen Streit zwischen der Angeklagten und der 19-Jährigen gekommen sein. Beide sollen nach diesem Streit kompromittierende und herabwürdigende Handynachrichten an den jeweiligen Freund der anderen geschickt haben. Dies soll dazu geführt haben, dass der Freund der Angeklagten sein Handy für die Angeklagte gesperrt habe.

Die Angeklagte soll darüber so in Wut geraten sein, dass die 19-Jährige, nachdem die beiden sich zufällig auf dem Bahnsteig des Bahnhofs wieder begegnet sind, körperlich attackiert habe. Während dieser Attacke soll ein Zug sich dem Bahnsteig genähert haben. Die Angeklagte soll die Zeugin in Kenntnis des einlaufenden Zuges ins Gleisbett gestoßen haben. Als die 19-Jährige aus dem Gleisbett geklettert sei, soll die Angeklagte sie getreten, geschlagen und erneut ins Gleisbett vor den sich nähernden Zug gestoßen haben. Die 19-Jährige soll sich nur unter Mithilfe einer herbeigeeilten Zeugin wieder aus dem Gleisbett befreit haben.



Landgerichts-Sprecher Uwe Fischer sagte auf Merkur-Nachfrage, weder die Angeklagte noch die 19-Jährige hätten einen Migrationshintergrund.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Juli nach der Anklageerhebung mitgeteilt, dass die 18-Jährige während des ganzen Geschehens mehrfach gedroht habe, die 19-Jährige umzubringen. Der Lokführer des einfahrenden Zuges habe eine ungewöhnliche Situation bemerkt und seine Geschwindigkeit reduziert, als die Zeugin der 19-Jährigen half, vom Gleisbett auf den Bahnsteig zurückzukommen. Die 18-Jährige sei zur Tatzeit erheblich alkoholisiert gewesen. Danach stiegen beide in den Zug ein und stritten dort weiter. An der nächsten Haltestelle wurden sie von Einsatzkräften der Bundespolizei aus dem Zug geholt, wie die Zweibrücker Polizei damals berichtete.

(lf)