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Kolumne Unsere Woche
Kindisches Gezerre

FOTO: SZ / Baltes, Bernhard
Wenn die Deutsche Bahn der Gewobau, hinter der die Zweibrücker Gesellschaft für Bauen und Wohnen firmiert, in zwei, drei Monaten wirklich grünes Licht zum Erwerb des Bahnhofsgebäudes gibt, wäre dies – ähnlich wie bei der AOK, die uns jetzt doch erhalten bleibt – in den Augen Vieler ein Happy-end in der vieldiskutierten Geschichte. Von Michael Klein

Ungezählte Zweibrücker sind in den zurückliegenden Tagen und Wochen nämlich dafür eingetreten, dass das Gebäude mit der besonderen Bedeutung in städtische Hand, zumindest in die einer städtischen Tochter, kommt. Denn dann scheint – so lassen es zumindest die derzeitigen Äußerungen vermuten – gesichert, dass sich auch an der bisherigen Nutzung nichts Grundlegendes ändert: Die Empfangshalle soll nach Gewobau-Überlegungen erhalten, andere Einheiten im Gebäude in Vermietung bleiben. Über alles andere, nämlich darüber, wie das Gebäude sinnvoll genutzt werden kann, kann und sollte zu gegebener Zeit diskutiert werden. Denk- und Planspiele gibt es (auch jetzt schon) zuhauf, ein Verbot dafür keinesfalls.

Der Bahnhof in städtischem Besitz – das ist nach dem Geschmack der meisten Zweibrücker! Und nach deren Geschmack wäre es übrigens auch, wenn sich die beiden großen Parteien fortan ihr kindisches Gezerre sparen würden, wer denn jetzt final die Weichen für den Ankauf durch die Gewobau gestellt hat. Der unbeteiligte Beobachter schüttelt den Kopf. Denn ehrlicherweise waren die rhetorischen Scharmützel in der jüngsten Stadtratssitzung in der nach oben offenen Peinlichkeitsskala kaum noch zu potenzieren. Und auch die Tatsache, dass Wahlkampf ist, dient als Ausrede nicht.

Von solcherart stil- und würdeloser Politik, dem parteipolitisch motivierten Hin- und Herschieben des „Schwarzen Peters“ und dem Verteilen gerechtfertigter oder eben ungerechtfertigter Meriten und Lorbeeren profitieren genau die, denen die Matadores der einstigen Volksparteien den Profit eigentlich nicht gönnen wollen. Oder sollten!