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Petition zum Erhalt der Bahnhofshalle
Wohin mit den Unterschriften?

FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Manuel Rumschinski versucht seit Wochen vergeblich, seine Petition für den Bahnhof der Gewobau zu übergeben. Von Mirko Reuther

Manuel Rumschinski hat den Nerv vieler Menschen getroffen. Seine Online-Petition zum Erhalt des Zweibrücker Bahnhofgebäudes wurde im Internet in Form von 176 elektronischen Unterschriften unterstützt. Hintergrund der Petition war die Sorge, dass ein möglicher privater Käufer des Bahnhofgebäudes die Warte- und Empfangshalle für Reisende dichtmachen könnte. Aber nicht nur online bekam Rumschinski Rückendeckung. Binnen weniger Stunden kamen im August in der Zweibrücker Fußgängerzone weitere 208 Unterschriften zusammen.

Ganz zufrieden ist der 24-Jährige, der in der Eingangshalle einen „schützenden Raum“ sieht, dennoch nicht. Denn während die Deutsche Bahn, die den denkmalgeschützten Bahnhof verkauft hat, seine Petition bei einem öffentlichen Termin entgegengenommen hat, möchte die Gesellschaft für Wohnen und Bauen (GeWoBau) GmbH, in deren Hände der Bahnhof jüngst übergegangen ist, genau dies nicht. In einer Mail, die dem Merkur vorliegt, erklärt die städtische Tochter Gewobau, dass man die Petition zur Kenntnis genommen habe, darüber hinaus aber keinen Grund sehe, weshalb es einer persönlichen Übergabe bedürfe. Mehr noch: in der Mail wird Rumschinski mit der Frage konfrontiert, ob er die Übergabe nur als Staffage für einen Presseauftritt nutzen wolle.

„Frech“, findet der in Gersheim wohnende Rumschinski nicht nur diese Passage, sondern auch den Umstand, dass in einem Nebensatz der Mail die Aussage fällt, dass er ja offenbar gar kein Bürger Zweibrückens sei. Er erklärt gegenüber dem Merkur, Ziel der Petition sei gewesen „mit den Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft in Kooperation zu treten und gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten“. Dass die Gewobau die Petition zur Kenntnis genommen habe „ersetzt keinen öffentlichen Termin, da ich als Initiator bei meinen Unterstützern in der Verantwortung eines ordnungsgemäßen Abschlusses stehe“. Rumschinski begrüßt zwar, dass die Gewobau, in ihrer Mail beteuert, dass die Interessen der Zweibrücker Bevölkerung bei der künftigen Nutzung des Bahnhofs berücksichtigt werden sollen. Er sagt aber auch: „Solche Aussagen machen zwar Mut, sind aber mit Vorsicht zu genießen.“ Die Gewobau sei zwar eine städtische Tochter, aber dennoch finanziellen Zwängen unterworfen. Rumschinski sieht die Gefahr, dass mögliche Planspiele um eine Schließung der Wartehalle wieder aufkommen, wenn der wirtschaftliche Druck steigt.



Das Thema Empfangshalle ist aber nicht das Einzige, das ihn umtreibt. Der Zweibrücker Bahnhof solle generell wieder zu einem „Magnet“ gemacht werden. Dafür müsse auch die Infrastruktur verbessert werden. In Zweibrücken könne es wie in St. Ingbert wieder einen „Service Store“ der Deutschen Bahn geben, klingt in seiner Petition an. Zudem müsse der Eingangsbereich samt Sanitäranlagen öfter gereinigt werden. Für ein höheres Fahrgastaufkommen sei es außerdem unerlässlich, dass Züge wieder länger und öfter verkehren. Auch müsse Zweibrücken auf absehbare Zeit wieder an das Schienennetz S-Bahn Rhein Neckar angeschlossen werden. „Der Kampf geht weiter“, erklärt Rumschinski. Weil er sich von Stadtspitze und Gewobau weitestgehend ignoriert fühlt, strebt er – „hoffentlich zeitnah noch im Dezember“ – einen Termin mit Oberbürgermeister Marold Wosnitza an.